Über Kroatien und Montenegro nach Südalbanien

Liebe Freunde,

hier der erste Bericht von unserer Herbstreise 2013.

Am Sonntag, 25. 8, brechen wir bei regnerischen Wetter auf. Über Graz (mit einem Kurzbesuch bei unseren Freunden Heidi und Alfons, die mit uns in Marokko waren), Maribor und Zagreb fahren wir bis Karlovac. Dort bleiben wir auf einem idyllisch am Fluss Mrezniza gelegen Campingplatz über Nacht. (Für Camper: Camping Slapic in Duga Resa, Koordinaten: N 45 Grad 26’ 2” –  O 15 Grad 30’ 22”)

Am nächsten Tag fahren wir auf der Autobahn weiter bis Sibenik und dann auf der Küstenstraße bis Trogir. Die Altstadt Trogirs ist seit dem Mittelalter fast unversehrt erhalten und lohnt unbedingt einen Besuch. Die Touristen schieben sich zwar durch die engen Gassen, trotzdem ist Trogir ein Erlebnis. Unser Campingplatz liegt nur 2 km Fußweg von der Altstadt entfernt (Für Camper: Camping Seget, Koordinaten:                      N 43Grad 31’ 6” – O 16Grad 13’ 26”, am Strand, einfache Ausstattung, in Ordnung)

Weiter geht es am nächsten Tag bis Dubrovnik. Wir sind gespannt, wie sich die Stadt seit unserem letzten Besuch vor 41 Jahren !!! verändert hat – vor allem auch nach dem Jugoslawien-Krieg. Der erste Eindruck ist genau so überwältigend wie damals. Waren allerdings beim ersten Besuch nur wenige Touristen unterwegs, so quillt die Stadt heute über vor Besuchermassen. Der Rundgang auf der historischen Stadtmauer ist zwischenzeitlich einbahngeregelt. Ein Kellner erzählt uns, dass manchmal, wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe an einem Tag ankommen, bis zu 20.000 Menschen die Stadt überschwemmen. Kein Wunder, dass die Stadt wirkt wie ein “einzige Kneipe” – auf jedem noch so kleinen freien Platz findet sich ein Restaurant oder eine Bar.

Wie stark die Schäden des Krieges waren, sieht man an den vielen neuen Dächern der Stadt. Geschätzt 3/4 der Häuser scheinen beschädigt gewesen zu sein. Davon sieht man heute nichts mehr, alles ist wiederhergestellt.

Für Camper: Camping Solitudo, Koordinaten: N 42Grad 39’ 43” – O 18Grad 4’ 15”, tolle Anlage, jeder Komfort, Wifi, mit dem Bus alle 10 Minuten in die 4 km entfernte Altstadt, 40,- € pro Nacht)

Wir bleiben 2 Tage und fahren am Do., 29.8., weiter nach Ulcinj  kurz vor der Grenze zu Albanien. 1972 war hier der südlichste Punkt unserer Reise – weiter konnte man damals nicht und wir sind zurück über Mostar und Sarajevo nach Hause gefahren.

Die Fahrt an der Küste von Montenegro ist landschaftlich beeindruckend. Auf der einen Seite hohe Berge, auf der anderen das Meer. Die Bucht von Kotor – ein ausgedehnter Fjord – umrunden wir dieses mal nicht, sondern nehmen die kurze Fährüberfahrt.

Die Landschaft wechselt – zahlreiche Zypressen erinnern an die italienische Toskana. Über Budva und Bar erreichen wir schließlich Ulcinj. (Für Camper: Campingplatz Safari Beach, Koordinaten: N 41Grad 54’ 12 “ – O 19 Grad 16’ 02, direkt am Strand, einfach, naturbelassen, in Ordnung)

Am Freitag fahren wir am Morgen über die Grenze nach Albanien. Hier beginnt eine andere Welt. Die Hauptverkehrswege sind zwar weitgehend gut ausgebaut – dennoch muss man höllisch aufpassen. Unerwartet tauchen riesige Schlaglöcher auf. Auf den vierspurigen Autobahnen kommen einem auf dem Pannenstreifen Autos und Motorräder entgegen, fahren Eselkarren, bleiben plötzlich Taxis stehen. Für uns “Marokko-Erfahrene” ist das alles kein wirkliches Problem, wir sind sozusagen daran gewöhnt. Fast fühlen wir uns wieder wie bei unserer Frühjahrstour Smiley

Unsere Route führt zunächst Richtung Tirana. Kurz davor biegen wir zur Küste ab und erreichen die Hafenstadt Durres. Von dort geht es immer weiter südwärts. Wir bleiben auf einem wunderhübschen Campingplatz südlich von Durres über Nacht (Für Camper: CP Paema, Koordinaten: N 41Grad 10’ 53” – O 19Grad 28’ 40 “, wahrscheinlich der schönste Platz in Albanien, direkt am Strand, kleine künstliche Insel gegenüber, sehr schöne Gartenanlage, empfehlenswert)

Wir fahren weiter nach Süden bis zur Hafenstadt Vlore. Schon am Vormittag hat es über 30 Grad. Bis hierher ist die Landschaft völlig flach. Die hohen Berge sind nur im Hintergrund zu sehen. Jetzt aber wartet eine Passstraße auf uns, die es in sich hat. Auf den 1000 m hohen Llogara-Pass führt eine immer enger werdende, steile Serpentinenstraße mit zahlreichen Kehren hinauf. Stellenweise ist die Straße zur Hälfte weggebrochen. Durch dichten Kiefernwald erreicht man schließlich die Paßhöhe – und hält den Atem an. 1000 Meter unterhalb sieht man das Meer unter den nun unbewaldeten Abhängen. In atemberaubenden Kehren geht es hinunter – immer hart am Abgrund entlang.

Schließlich erreichen wir Himare – von hier ist es nicht mehr weit bis zur Grenze nach Griechenland. (Für Camper: CP Kranea, direkt am Strand, kleiner einfacher Platz in einem Olivenwald, deutsch sprechender Eigentümer, saubere Sanitäranlagen,          Koordinaten:  N 40 Grad 6’ 27 “ – O 19 Grad 43 ‘ 39”)

Und nun wieder ein paar Fotos:

Erster Teil der Route: Kroatien – MontenegroP0001Jug

Zweiter Teil der Route: Albanien

P0001Alb

Küstenstraße in SüddalmatienP1000912

Blick auf das fruchtbare Mündungsgebiet der Neretva, die von Bosnien-Herzegowina kommend ins Meer mündetP1000918

Der Autor und die Co-Autorin vor 41 Jahren in SüddalmatienFoto 3

Foto 2

Die neue Brücke verkürzt die Zufahrt nach Dubrovnik erheblichP1010053

Blick auf Dubrovnik vom höchsten Punkt der Stadtmauer ausP1010014

Helga am Onofrio-Brunnen – 2013 ….P1000933

…. und 1972Foto 1

Liebe ist ….. gegenseitige Gefiederpflege SmileyP1000998

Immer links herum – Einbahnregelung auf der StadtmauerP1000976

Auf der StadtmauerP1010008

Warten auf die Abendgäste – jede noch so kleine Seitengasse ist ein durchgehendes RestaurantP1000958

Der Autor – gestärkt und zufrieden – nach einem genussvollen AbendessenP1010029

Sveti Stefan – ehemaliges Fischerdorf und heutiger HotelkomplexP1010072

Zufahrt zur Grenze nach AlbanienP1010079

Albanischer Grenzübergang MuriqanP1010081

Ob die Brücke hält ?P1010083

Karibikfeeling auf dem Campingplatz Paema südlich von DurresP1010090

P1010097

Albanische Autobahn – manchmal wird die rechte Spur anderweitig benötigt – dann geht’s wieder vierspurig weiterP1010124

Auf dem Weg zum Llogara-PassP1010126

P1010128

Auf der Passhöhe angekommenP1010142

Blick auf die langgezogenen Serpentinen der Passstraße ….P1010140

…. und hinunter auf die “Albanische Riviera”P1010150

Liebe Freunde, das war heute ein “dicker Brocken” – danke für Eure Geduld und Euer Interesse. Ich verspreche Euch – der nächste Bericht wird kürzer – denn wir nähern uns Ammoudia in Griechenland (siehe auch den Reisebericht vom Herbst 2012). Dort wird erst einmal ein paar Tage gefaulenzt – und da gibt’s bekanntlich nicht so viel zu berichten

Bis bald

Helga und Willi:

PS für Camper: Koordinaten der Campingplätze ohne Gewähr, habe mich aber bemüht, nicht so wie manche Reisebücher fehlerhafte Koordinaten anzugeben.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 2013 Kreta, Peloponnes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Über Kroatien und Montenegro nach Südalbanien

  1. Anonymous schreibt:

    Ja da ist es heute schon anders als anfang der 60er jahre. Da war ich mit meinem Mann und meiner Schwester in Jugoslavien, Sibenik erinnere ich mich an einen wunderschönen Sonnenuntergang, Dubrovnik war ziemlich leer, fast ohne Menschen .Und es wurde grade ein Winnetou Film gedreht, wobei ein Schauspieler bei uns im Hotel wohnte. Lex Parker hiess er.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Reise und schöne Erlebnisse.
    Liebe Grüsse Verena aus Luzern

  2. Detzlhofer Johann schreibt:

    Hallo,
    Wir fahren im Mai mit dem Wohnmobil von Österreich nach Kroatien, Montenegro nach Albanien zum Cp.Paemer,wir fahren mit einem Hymer 6.80 m lang kann man mit dem Mobil zu diesem Cp.Paemer fahren?
    Lg.Hans

    • helgaundwilli schreibt:

      Hallo Hans, es ist kein grosses Problem, mit einem 6,8 m Wohnmobil auf den CP zu fahren. Unseres ist inkl. Rollerplattform 7,5 m lang. Soweit ich mich erinnere, mussten wir ein wenig rangieren. Es lohnt sich, denn der Platz ist wirklich schön. Gute Reise. Willi

  3. Hof Schwarzes Moor schreibt:

    Hat dies auf Hof Schwarzes Moor mit Big Blue rebloggt und kommentierte:
    Tja, auch ich war schon vor ca. 35 Jahren in Albanien. Damals noch haben mit unseren Reisebussen Jugendgruppen da hin gekarrt. Damals als die ersten, die dort reindurften. Jetzt wollen wir das mit unserem Big Blue auch noch einmal für uns selbst machen. Mal sehen, was sich so alles geändert hat. Und ob es zum Besseren ist.
    Gute Fahrt auch in Zukunft für euch
    Stephan und Heidi

  4. may schreibt:

    hallo,schöner Bericht ,fahren in 4 Wochen diese Strecke bis Paemer camp.Bin schon gespannt auf Albanien.Mir ist der Bericht etwas kurz geraten. Hat man als Frau dort Probleme.? mein Mann ist blind und kann nicht viel helfen. Sind die Strassen wirklich so schwierig zu fahren und welches ist das schwierigste Teilstück?Weiter gute Fahrt Diddy und Jürgen

    • Willibald Rammer schreibt:

      Hallo, danke für Euren Kommentar. Wir können Euch beruhigen. Es gab und gibt, soviel wir von Freunden hören, keine Probleme. Auf den Straßen muß man halt ein wenig die Augen offen halten. Aber mit ein bisschen Vorsicht habt auch auch hier sicher keine Schwierigkeiten. Die Menschen sind überaus freundlich und hilfsbereit. Macht Euch keine Sorgen und genießt diese schöne Tour. Liebe Grüße. Helga und Willi. PS: Mich würde interessieren, ob meine Antworten auf Kommentar von wordpress weitergeleitet werden, d.h. ob Ihr Sie bekommen habt. Könnt Ihr mir nochmals kurz antworten, wenn es geklappt hat. Danke.

      >

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s