Donaudelta – Schwarzmeerküste – Nord-Ost-Griechenland

17.9. – 29.9.2018

Liebe Freunde,

auf dieser Etappe geht unsere 3-wöchige „Schnuppertour“ durch Rumänien zu Ende. Ein Highlight dabei ist ein Besuch im Donaudelta auf einer frühmorgendlichen Bootstour. Später fahren wir dann an der rumänischen und bulgarischen Schwarzmeerküste entlang und im Dreiländer-Eck „Bulgarien-Türkei-Griechenland“ über die Grenze nach Griechenland.

Von Alexandroupolis im äußersten Osten nehmen wir die Autobahn und fahren bis südlich von Thessaloniki. Warum wir diese wunderschöne Gegend so schnell „durchbrausen“ liegt daran, dass wir schon 2014 längere Zeit hier verbracht haben. Eine Beschreibung der damaligen Touren findet Ihr in unserem Bericht „2014 Griechenland – Der Osten“.

Soviel zur Einleitung und jetzt ein paar Karten für den Überblick:

Unsere bisherige Reise

Ins Donaudelta

An die Schwarzmeerküste und weiter in Richtung Griechenland

Nach Nordost-Griechenland und weiter bis südlich von Thessaloniki

Zur Erinnerung: Am Ende unseres letzten Berichtes waren wir bei den Schlamm-Vulkanen bei Berca. Jetzt geht es weiter ins Donaudelta.

Bei prächtigem Sommerwetter fahren wir zunächst durch flaches Agrarland 150 km bis Braila.

Gemüseeinkauf am Strassenrand

An den rumänischen Bahnübergängen ist Vorsicht angesagt – man überquert sie am besten im Schritttempo

Etwas außerhalb der modernen Stadt Braila liegt der Salzsee Lacul Sarat. Er hat eine fast so hohe Salzkonzentration wie das Tote Meer. Deshalb geht man auch nicht unter und „sitzt“ gemütlich im Wasser. Es gibt einen „Campingplatz“, der ziemlich heruntergekommen ist, aber direkt am See liegt. Für 6,- € inkl. Strom bekommt man auch in Rumänien keinen Superplatz. N-45-12-58. O-27-55-03. Für ein Schlammbad und eine Nacht o.k.

Nebenan liegt – wie erwähnt – der Salzsee. Sein Boden ist mit schwarzem Heil-Schlamm bedeckt, deshalb gibt es in der Umgebung auch einige uralte „Kur-Hotels“. Täglich wird frischer Schlamm aus dem See in kleine Schlammbecken am Ufer geschaufelt. Dort kann man sich ausgiebig bedienen 😄

Schlamm gibt Kraft – und Schwarz soll eigentlich schlank machen. Aber auch das ist nicht mehr so wie in der „guten alten Zeit“😄

Am nächsten Morgen wieder wolkenloses Wetter – ideal für die 120 km Fahrt ins Donaudelta.

Wie fahren durch Braila, eine lebendige Großstadt, die sehr gepflegt und modern wirkt. Überhaupt muss es einmal erwähnt werden. Rumänien ist unglaublich sauber. Man sieht so gut wie keinen Müll neben den Straßen und in Städten und Dörfern herumliegen. An Samstagen sind ganze Putztrupps entlang der Landstraßen zu sehen, die das wenige, das weggeworfen wurde, einsammeln.

Außerhalb von Braila erreichen wir die Donau und die Fähranleger für die kurze Überfahrt. Für die erste Fähre ist unser Wohnmobil zu breit. Wir werden zum nächsten Anleger geschickt, warten eine Viertel Stunde und fahren dann über eine etwas abenteuerliche Rampe aufs Schiff. Auf der Rampe haben wir links und rechts gerade einmal ein paar Zentimeter Platz. Auch auf der Fähre stehen wir eingekeilt zwischen den PKWs. Aber es geht sich alles irgendwie aus und wir erreichen den Fähranleger auf dem gegenüberliegenden Ufer.

Bald erreichen wir die Stadt Tulcea, das „Tor zum Donaudelta“. Eigentlich haben wir eine flache Flußlandschaft erwartet, aber am südlichen Rand des Deltas liegt eine Hügelkette und die Straße führt auf und ab.Das Donaudelta ist das zweitgrößte Flussdelta Europas nach dem Delta der Wolga. Es steht komplett unter Naturschutz. Drei große Arme durchziehen die fast 600 km2 große Wasserlandschaft. Der nördliche Chili-Arm bildet die Grenze zur Ukraine, der mittlere Sulina-Arm führt bis zur Stadt Sulina am Schwarzen Meer und am südlichen „St. Georgs-Arm“ liegt das touristische Zentrum der Delta-Besucher.

Hier, im kleinen Ort Murighiol, befinden sich mehrere Campingplätze. Wir fahren auf den CP Lacu Murighiol, einen gepflegten Wiesenplatz. N-45-02-27. O-29-09-22. 13.50 € inkl. Strom. Der Besitzer fährt selbst mit seinem Boot ins Delta. Es gibt 3 Tour-Varianten: 3 Stunden (ca. 30 km), 5 Stunden und einen ganzen Tag. Wir buchen die 3 Stunden Tour für 100,- €. Er hätte Platz für 6 Personen, dann wäre der Preis pro Person entsprechend niedriger. Andere Anbieter haben auch kürzere, billigere Touren im Programm.

Am nächsten Morgen um 7.00 Uhr geht es los. Wir sind nur zu zweit. Es ist ziemlich kalt. Später sind wir froh, dass wir so früh gestartet sind. Denn bei unserer Rückkehr fahren zahlreiche Boote mit in Bussen angereisten Touristen hinaus. Wenn man so früh dran ist wie wir, ist man noch alleine unterwegs und genießt die Vogelwelt und die Ruhe ringsum umso mehr.

Geradezu mystisch wirkt die Wasserlandschaft bei Nebel und Morgensonne

Wir überqueren riesige Wasserflächen und sind doch nur in einem winzigen Teil des Deltas unterwegs. Unzählige Vögel leben hier. Wir sehen „Rosa Pelikane“, verschiedenste Reiherarten, Rallen, Eisvögel u.v.m.Unser Bootsführer kennt viele versteckte Beobachtungs-Plätze, die er gezielt mit uns anfährt.In Summe sind wir mehr als 3 1/2 Stunden unterwegs und wir können Tour und Bootsfahrer nur bestens empfehlen.

Am nächsten Tag wettermäßig das gleich Bild, nur noch wärmer. Wir fahren heute 130 km entlang der nördlichen Schwarzmeerküste. Die Straße führt am Lacul Razim entlang durch gepflegte kleine Dörfer. Alle haben vor ihren Häusern an der Straße breite Blumenbeete angelegt und pflegen liebevoll ihre Gärten. Die Straße selbst ist gut in Schuss.

Immer wieder begegnen wir Pferdefuhrwerken, die mit Mais beladen unterwegs sind.

Vor Corbu biegen wir links ab an den „wilden Strand“ von Vadu, einen beliebten Platz zum Zelten und frei stehen, mitten in einem Naturschutzgebiet. Die 8 km dorthin sind eine Tortur für Fahrer und Fahrzeug. Die Schlaglöcher erreichen eine bisher nicht erlebte Tiefe. Aber wir wollen in die vom Müller-Reiseführer hochgelobte Cherhana (uriges Fischlokal) Boscana am Strand von Vadu.

Vor dem kleinen Ortszentrum in Vadu sieht man einen der vielen „Lost Places“ in Rumänien. Es ist eine ehemalige Fabrik – wer weiß wofür – und eine der vielen Industrieruinen aus der Ceausescu-Zeit.Die Zufahrt zur Cherhana ist nicht gekennzeichnet, aber es gibt ohnedies nur ein schmales rumpeliges, mehrere Kilometer langes Betonband hinaus an den StrandSchließlich sind wir fast am Ziel. Doch die letzten paar Hundert Meter sind Sandpiste. Helga geht voraus, um den Zustand zu prüfen. Ergebnis: Für unser Wohnmobil ungeeignet. Und außerdem scheint geschlossen zu sein.

Auf der Herfahrt sind wir zum Glück an einem Vertrauen erweckenden großen Restaurant vorbeigefahren, das wir jetzt zum Mittagessen aufsuchen. Es stellt sich als hervorragend heraus, wurde vom Besitzer vor einigen Jahren in altem Baustil errichtet und entschädigt uns voll für den vergeblichen Besuch in der Cherhana.

Am Nachmittag fahren wir weiter bis kurz vor Constanta. In der Stadt Navoradi, kurz davor, wird gebaut auf „Teufel komm raus“. Ein Hotelneubau neben dem anderen, dazwischen ebenso viele Baustellen. Wer hier alles einmal seine Ferien verbringen soll, ist uns schleierhaft. Aber schließlich sind wir kurz vor Mamaia, dem Ferienort der „Reichen und Schönen“ Rumäniens, die sich einen Aufenthalt oder ein Appartement hier leisten können.Wir fahren auf den Campingplatz mit dem kurzen Namen „S“ direkt am Meer. Einfache Anlage. Mit Strom 13 €. N-44-17-03. O-28-37-06

Am nächsten Tag wieder wolkenlos und 30 Grad. Wir fahren durch Mamaia. Hotel reiht sich an Hotel. Dazwischen liegen allerdings größere Grünflächen und Parks, sodass das Ganze nicht so zugebaut wirkt wie mancher Ort an Italiens Adria oder der spanischen Küste. Irgendwie wirkt alles sogar sympathisch.

Kurz vor Constanta biegen wir rechts ab und fahren durch das Top-Weinbaugebiet Murfatlar. Die rumänischen Weine sind übrigens wirklich hervorragend, in Murfatlar selbst finden wir jedoch keine Vinothek zum Einkauf.

Wir fahren noch ein Stück westwärts – nach Adamclisi. Auf dem Weg dorthin fahren wir in Viisoara an einem Weingut vorbei, das einen „Ab-Hof-Verkauf“ mit Verkostung anbietet. Wir nutzen die Gelegenheit und sind so begeistert, dass wir von jeder Weissweinsorte 6 Flaschen zu je 4 € kaufen. Das sind dann immerhin 36 Flaschen und wir müssen in der Womogarage einiges umräumen, um Platz dafür zu schaffen. Es gäbe auch hervorragenden Rotwein, aber wir sind nun einmal Weissweinliebhaber.

Auf unserem Weg überqueren wir den Donau-Schwarzmeer-Kanal, der unter unglaublichen Bedingungen, nachdem sein Bau schon eingestellt war, während des Ceausescu-Regimes fertiggestellt wurde. Viele Arbeiter haben dabei ihr Leben verloren. Der Kanal, der die Fahrzeit von der Donau nach Constanta um ein paar wenige Stunden verkürzt, ist bis heute bei weitem nicht ausgelastet.

Nach Adamclisi „verirren“ sich nur wenige Touristen. Dabei ist die Gegend historisch bedeutsamer Boden. Am Rande einer römischen Stadt hat sich Kaiser Trajan ein 42 m hohes Denkmal errichten lassen. Die ausgegrabenen Originalteile mit sehr gut erhaltenen Bildtafeln lagern im nahen Museum, das Denkmal selbst ist eine Rekonstruktion, die aber nicht weniger beeindruckend ist.

Zurück in Constanta umfahren wir die Stadt im Süden und fahren weiter an der Küste – vorbei an Badeorten wie Saturn und Neptun. Unser Ziel ist Olimp, ein weiterer Badeort mit der weithin bekannten – ebenfalls „reiseführerempfohlenen“ – Cherhana Popasul Pescarilor. Dieses Traditionsrestaurant liegt direkt am Meer und ist stark besucht. Das Essen ist aber auch wirklich vom Feinsten.Am Strand sehen wir zum erstmals eines dieser geschmückten Holztore, die uns später noch mehrmals begegnen werden. Sie werden anläßlich von Hochzeiten vor dem Strandlokal aufgestellt. Die Hochzeitsgäste können sich hineinstellen und zur Erinnerung fotografieren lassen.

Gegen Abend fahren wir noch ein Stück weiter bis kurz vor die Grenze zu Bulgarien. Der Ort hat den seltsam erscheinenden Namen „2 Mai“ – „Zwei Mai“ heißt laut Übersetzungssoftware „2 Mehr“ und nicht „2. Mai“ 😄

Wie immer einmal wieder, führt uns das Navi durch eine extrem enge Gasse, obwohl es eine breite Zufahrt gibt. Der Platz selbst ist äußerst einfach, dafür steht man direkt am Sandstrand ohne Tor und Zaun. Aber es gibt sogar eine gute Waschmaschine und schnelles Gratis-WLAN. 12 € inkl. Strom .Wir bleiben ganze 3 Tage auf diesem freundlichen Plätzchen. Es ist Wochenende und im Restaurant nebenan finden an 2 Abenden Hochzeiten statt. Die Lautstärke hält sich dabei Gottseidank in Grenzen.

Am Montag darauf fahren wir von „2 Mai“ an den Grenzort Vama Veche. An der Grenze können wir unsere rumänischen Lei in bulgarische Lewa tauschen und eine 7 Tage Straßenvignette für 8 € kaufen.

Hier verlassen wir nun Rumänien und es ist an der Zeit, Rückschau zu halten. Wie viele Westeuropäer hatten auch wir so unsere Bedenken und Vorurteile, als wir uns für die Tour durch Rumänien entschieden haben. Anfangs wollten wir sogar „aus Sicherheitsgründen“ mit einem zweiten befreundeten Paar fahren. Die große Anzahl an Wohnmobil-Gruppenreisen zeigt auch, wie unsicher viele gegenüber diesem Land sind. Wir haben in unserem Wohnmobil eine Alarmanlage eingebaut – die wir seit 7 Jahren noch nie eingeschaltet haben. Dieses Mal habe ich sie noch zu Hause in Betrieb genommen und getestet. Man hört ja soviel Negatives über Osteuropa.

Nun – nach 3 1/2 Wochen durch Rumänien – können wir ruhigen Gewissens sagen: Alle Sicherheitsbedenken waren umsonst. Nie hatten wir ein Gefühl der Unsicherheit. Nirgendwo gab es aggressive Bettler. Zu keiner Zeit hatten wir das Gefühl, unser Auto könnte geknackt werden. Zugegeben: Wir haben die Großstädte ausgelassen. Dort mag das Bild vielleicht anders sein. Wer so wie wir hauptsächlich über Land fährt, braucht sich wahrlich keine Sorgen zu machen. Und das Land ist wirklich sehenswert und abwechslungsreich – vom Hochgebirge bis in die weiten Ebenen. Lediglich der Straßenzustand zerrt da und dort an den Nerven. Da heißt es dann halt: Eile mit Weile. Resume: Rumänien ist ein wunderbares Reiseziel und nach individuellem Empfinden ein sehr sicheres Reiseland.

Doch nun zurück an die bulgarische Grenze

Auf guter Straße, die allerdings später auch die eine oder andere Rüttelpassage aufweist, fahren wir anfangs durch eine Landschaft mit riesigen, kilometerlangen Feldern. Später wird es hügeliger.

Vor Varna liegt „Goldstrand“, ein uns aus den 60er Jahren von Ansichtskarten her bekannter und mit Plattenbau-Hotels bebauter Billigstrand. Es soll sich ja einiges geändert haben und so wollen wir am Strand entlang nach Varna fahren.

Was wir nicht wußten: Die Küste hinter den Stränden steigt steil an und erinnert ein wenig an die westliche Riviera in Italien. Jedenfalls werden die Gassen immer enger und wir kommen mit dem Womo kaum durch. Dann ist die Straße auch noch gesperrt und wir suchen und mit einiger Mühe einen Weg hinauf zur Hauptstraße. Von Goldstrand selbst sieht man auf diese Weise allerdings nichts.

Wir durchqueren Varna, (300.000 Einwohner), das auf den ersten Blick gepflegt und modern wirkt. Was man nicht sieht, sind die angeblich in den Vororten existierenden slumartigen Wohnviertel, wo Kinder Kabelisolierungen abbrennen, um an das Kupfer zu kommen.

Die Straße zwischen Varna und Burgas ist stark befahren. Wir durchqueren ausgedehnte Waldgebiete und erreichen schließlich Obzor, einen modernen Badeort mit zahlreichen Hotelneubauten.

In Obzor gibt es den guten Campingplatz „Zora“ auf einer großen Wiese unweit vom Strand. Man steht ruhig auf einer großen Wiese, wenn nicht gerade eine der häufig anzutreffenden geführten Womo-Gruppen anreist. Heute treffen sich hier 15 deutsche Wohnmobile, sodass der Platz ziemlich voll ist. Noch sind nicht alle da.

Es ist extrem heiß. Spät am Abend haben wir noch immer 25 Grad – die große Hitze vor dem Wettersturz.

Beim Abendspaziergang durch ObzorAm nächsten Morgen ist es bewölkt bei nur mehr 13 Grad. Später wird es sonnig, aber es bläst kräftiger Wind.

Wir fahren weiter nach Nesebar, einen uralten, sehenswerten Ort – und ein riesiges Touristenzentrum. Die Stadt liegt am „Sonnenstrand“, einem mit supermodernen Hotels zugebauten 8 Kilometer langen Strandgebiet. Insider sprechen von einer Art „Bulgarischem Ballermann“. Was man in Mallorca nicht mehr haben will – hier ist alles willkommen.

Angeblich besitzen einige wenige Familien der bulgarischen Mafia die Mehrheit der Hotels. Mit ihrem Zuckerbäcker-Baustil erinnern sie auch wirklich an eine Art „Klein-Las-Vegas“, dessen Vorbild ja auch eine Mafia Gründung ist. Hier ein paar Beispiele:

Es gibt nichts, was es nicht gibtIn Burgas (200.000 Einwohner) biegen wir nach Westen ab in Richtung Plovdiv/Sofia. Nach 8 km Rumpelstrecke beginnt die bestens ausgebaute Autobahn – mit fast keinem Verkehr. Man kommt sich vor wie auf einer „Privat-Strecke“. Einzig der starke Nordwind von den Ausläufern des Balkan-Gebirges ist unangenehm.

Bei Stara Zagora verlassen wir die Autobahn und fahren südlich nach Dimitrovgrad. Die Stadt macht einen desolaten Eindruck. Verlassene Fabriken und desolate Wohnblocks vermitteln ein tristes Bild. Die Stadt scheint vor langer Zeit einmal ein florierendes Industriezentrum gewesen zu sein.

Kurz danach erreichen wir die Autobahn in Richtung Istanbul. Hier ist das Verkehrsaufkommen noch geringer. Wir sind fast allein auf dem breiten Asphaltband.

Kurz vor dem Dreiländereck „Bulgarien-Türkei-Griechenland“ fahren wir durch den Ort Harmanli. Er geriet im Vorjahr in die Schlagzeilen, seit immer mehr Flüchtlinge versuchen, den türkischen Grenzfluss Evros zu überqueren und auf diese Weise in die EU zu kommen. In einem Flüchtlingslager in Harmanli mit 2.000 Menschen kam es damals zu Tumulten.

Wir fahren noch einige Kilometer weiter bis in den kleinen Ort Biser auf den Campingplatz Sakar Hills. Er gehört einem Engländer, der uns freundlich empfängt. Außer einem Zeltbewohner sind wir die einzigen Gäste. Der Platz kosten inkl. allem Komfort 14 €. Er ist im Stellplatzführer als „ganzjährig“ ausgewiesen. Heuer schließt der Besitzer allerdings schon Ende September. Er fährt über den Winter nach Australien. Der Platz liegt auf N-41-52-12. O-25-59-29.Nach klarer Nacht ist es am Morgen zwar wolkenlos, es hat aber nur 6 Grad! Und das bei starkem Wind. Wir hören erstmals von Sturm in der Ägäis, der sich in den nächsten Tagen zum Orkan ausweiten soll.

Kurz vor der Grenze nutzen wir noch einmal den günstigen Diesel-Preis in Bulgarien. Um 1 Euro pro Liter werden wir so schnell nicht wieder tanken können. In Griechenland liegt der Preis über 1.40 €.

Nach der griechischen Grenze überrascht uns eine breite, verkehrsarme Straße fast bis Androupoli. Irgendwie fragt man sich schon, warum hier eine 3 – 4 spurige prächtige Straße gebaut wurde – und keiner braucht sie.

Für uns ist jedoch sehr angenehm zu fahren und wir kommen rasch weiter zu unserem heutigen Ziel, Alexandroupoli. Auf dem Weg dorthin besuchen wir in Soufli das Seidenmuseum. In dieser Gegend wurden früher Seidenraupen gezüchtet. Das kleine, feine Museum bewahrt die Erinnerung an diese mühevolle Arbeit.

Anschließend besuchen wir ein 15 km entferntes Naturschutzgebiet, in dem alle 4 in Europa heimischen Geierarten brüten. Auf einer geführten Tour sieht man sie normalerweise alle. Heute ist es jedoch zu stürmisch und man sagt uns, dass bei diesen Verhältnissen die „Geier im Nest“ bleiben. Das können wir gut verstehen und fahren weiter 😄

In Alexandroupoli fahren wir auf den Camping Municipal am Stadtrand direkt am Meer. N-40-50-49. O-25-51-23. Der Platz ist komfortabel ausgestattet und kostet mit Strom 19,40 €.Von unserem Stellplatz aus sehen wir die gegenüber liegende Insel Samothraki …..…… und genießen eine außergewöhnliche AbendstimmungDer Wind ist am nächsten Morgen noch stärker geworden. Ein Blick auf die Windkarte zeigt, dass er überall extrem stark bläst. Nur im Bereich um Thessaloniki ist er deutlich geringer.

Nachdem wir im Jahr 2014 den Nordosten Griechenlands und Chalkidiki ausgiebig bereist haben (siehe Reisebericht „2014 – Griechenland – Der Osten“) nehmen wir den schnellsten Weg, die Autobahn „Egnatia Odos“ und fahren gute 300 km nach Westen. 30 € Maut. Der stürmische Seitenwind bläst unangenehm von den Bergen der Rhodopen herab. Trotzdem lässt sich die lange Fahrt bei blauem Himmel durchaus geniessen.

Im Nord-Osten leben sehr viele türkischstämmige Griechen und überall sieht man hübsche Dörfer mit weiß leuchtenden MinarettenDie Strecke ist abwechslungsreich und führt teils am Meer entlang, teils im Landesinneren durch hügelige Landschaften. Wir fahren an zahllosen Baumwollfeldern vorbei, die schon weiß leuchten. Die Ernte steht kurz bevor. Die Tabakernte ist hingegen so gut wie abgeschlossen.Bei Xanthi überqueren wir den zweiten großen Fluß nach dem Evros, den Nestos. In seinem Mündungsdelta hatten wir 2014 eine spannendes Erlebnis mit 2 Hunden, die uns auf unserer Rollertour angefallen haben. Zum Gedenken daran die beiden folgenden Fotos 😄Bald erreichen wir Thessaloniki und tatsächlich ist der Wind hier deutlich geringer. Wir umfahren die Stadt weiträumig und nehmen dann die Autobahn weiter südwärts. Wir wollen in den kleinen Ort Pydna und auf einen im Stellplatzführer verzeichneten freien Stellplatz am Strand.

Die Entscheidung, hierher zu fahren, erweist sich als goldrichtig. Direkt am Strand finden wir unseren Platz auf N-40-22-48. O-22-37-36. Neben uns im flachen Wasser watet eine Kolonie Flamingos auf FuttersucheGegenüber sieht man das Massiv des Olymp

Neben unserem Stellplatz gibt es eine ganzjährig täglich bis 17.00 geöffnete Taverne. Wir sind hungrig und besuchen sie gleich nach unserer Ankunft. Außerdem wollen wir „der Form halber“ fragen, ob wir hier übernachten können, was problemlos möglich ist.

Die Taverne heißt „Alikon Gefsis“ und gehört einem jungen Besitzer, der ein paar Kilometer entfernt ein weiteres Restaurant betreibt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, lokale Spezialitäten frisch und kreativ zu verarbeiten. Und tatsächlich haben wir in Griechenland kaum jemals so gut gegessen.

Wir wollen eigentlich am nächsten Tag weiter auf die Halbinsel Pilion fahren, aber dort bläst heftiger Wind und es regnet. Aktuell gibt es im Süden Griechenlands extremen Sturm (einen Mittelmeer-Hurrikan). Hier hingegen ist es ruhig. Diese Tatsache und das hervorragende Restaurant veranlassen uns, gleich 3 Tage hier zu verbringen – und vielleicht wird es noch ein vierter 😄🐙🦐🐟🦀

Die Entscheidung fällt morgen früh. Unsere nächsten Ziele sind – wie gesagt – die Halbinsel Pilion und danach ein Wiedersehen mit langjährigen Camperfreunden auf Euböa.

Bis bald und liebe Grüße

Helga und Willi

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Veröffentlicht unter 2018 Rumänien - Bulgarien - Griechenland | 3 Kommentare

Nach Transsylvanien (Siebenbürgen)

8. – 16. 9. 2018

Vatra Dornei – Bistritsa Tal – Bizac Schlucht – Lacul Rosu – Gheorgheni – Praid – Sighisoara – Kirchenburgen – Medias – Sibiu – Carta – Transfagarasan Hochgebirgsstrecke – Campulung – Zarnesti – Sinaia – Ploiesti – Buzau – Berca (Schlammvulkane)

Liebe Freunde,

auf dieser Etappe geht es nach Siebenbürgen und nach einem kurzen Abstecher in die Walachei wieder dorthin zurück. Gegen Ende nähern wir uns dem Donaudelta.

Hier nun wieder ein paar Übersichtskarten

Unsere bisherige Tour

Die bisher bereisten Regionen

Die Tour auf der Landkarte

Von unserem letzten Übernachtungsplatz auf dem Campingplatz in Fundu Moldovei besuchen wir noch 2 Moldauklöster und fahren dann in die Berge nach Vatra Dornei. Hier gibt es den Campingplatz Autotourist. Wir sind auf 800 m Höhe und es hat deutlich abgekühlt. Der Platz liegt auf N-47-20-53. O-25-20-54. 12,- € pro Nacht. Sehr einfache Ausstattung. Man steht schön oberhalb der Stadt.

Nach Siebenbürgen könnten wir nun auf der größeren Straße über Bistrita und Targu Mures fahren – oder durch das Tal der Bistrita über Piatra Neamt und Gheorgheni nach Sigisoara.

Wir entscheiden uns für die zweite Möglichkeit und nehme die schöne Strecke an der Bistrita entlang. Leider ist es stark bewölkt. Auffällig sind die vielen kleinen Hängebrücken, die die wenigen Häuser auf der anderen Flussseite mit der Hauptstraße verbinden

Bald erreichen wir den Muntelui Stausee und – daran entlang – eine 40-km-Rüttelstrecke, für die wir mehr als eine Stunde brauchen. Eigentlich unglaublich, was Wohnmobile vertragen, ohne auseinander zu brechen. 😄

Schließlich kommen wir nach Bicaz. Hier beginnt die Straße durch die Bicaz Schlucht, deren Wände bis zu 300 m hoch aufragen. An Sommerwochenenden wälzt sich eine Kolonne von Ausflugsfahrzeugen durch die Schlucht. Und auch heute, Samstag, gibt es regen Verkehr.Die Straße führt bis auf 1000 m hinauf. Hier herrscht reges Treiben an den Marktständen, die allerlei Kitsch und Krempel verkaufen

Kurz darauf erreichen wir den Lacul Rosu (Roter See) und unseren Übernachtungsplatz neben einem großen Hotel. Der Stellplatz mit Strom und Wasseranschluss liegt auf N-46-46-47. O-25-45-16. 15,- € pro Nacht.Rund um den Lacul Rosu führt ein Wanderweg. Wir machen uns auf den Weg dorthin, vorbei an besagtem Hotel, in dem heute am Abend eine große Hochzeit stattfindet. Der Eingangsbereich ist bereits fürs Foto vorbereitet.Warum der Lacul Rosu (Roter See) so heißt, weiss vermutlich niemand. Er ist schön grün und irgendwann durch einen Bergrutsch entstanden, der einen Fluß aufgestaut hat. Deshalb ragen noch immer alte Baumwipfel aus dem WasserLeider beginnt es während unserer Wanderung zu regnenGegen Ende der Runde treffen wir auf das Brautpaar von heute Abend, das sich nicht scheut, für ein Foto dem Regen zu trotzenDabei verstecken sich sogar die „Hochzeitstauben“ auf einem trockenen Platz 😄Der Lacul Rosu ist ein beliebtes Ausflugsgebiet der einheimischen Touristen. Der Platz davor ist voll von kleinen Restaurants und Verkaufsständen. Wir nutzen die Gelegenheit zu einem späten Mittagessen. Die Preise sind wie überall in Rumänien aus unserer Sicht extrem niedrig. Ein halber Liter Bier im Plastikbecher kostet hier 1 Euro🍺🍺

Eine Speisekarte. Die angeschrieben Preise ergeben dividiert durch 5 etwa die Preise in Euro.

Abends findet, wie schon gesagt, im Hotel eine große Hochzeit statt. Wie wir auch später noch mehrmals erleben, wird dabei bis in die frühen Morgenstunden gefeiert und entsprechend laut ist die Musik. Bei dieser Hochzeit wird „zum Glück“ für uns ausschließlich traditionelle rumänische Musik gespielt, die trotz der Lautstärke sehr interessant und schon ein wenig orientalisch klingt. Und wenn es gar zu laut wird: wozu hat man denn Ohrstöpsel dabei 😄

Am nächsten Morgen bessert sich zum Glück das Wetter und wir fahren über 2 Passstraßen jeweils auf 1200 m hinauf. Der erste Paß führt durch dichten Wald (Bärengebiet) nach Gheorgheni. Wir sind nun in Transsylvanien (Siebenbürgen).

Hinter Gheorgheni geht es nochmals hinauf – auf den Bucin Pass in 1200 Höhe. Auf der Passhöhe werden frische Eierschwammerl (Pfifferlinge) verkauft

Über die Praid geht es weiter in Richtung Sighisoara.

Der Charakter der Dörfer hat sich gegenüber dem Norden deutlich verändert. Hier überwiegen kleine Häuschen mit Gärten und Feldern dahinter. An der Straße wird verkauft, was in den Gärten wächst. Viele der Häuser sehen vernachlässigt aus. Oft sind es Häuser, die bei der großen Auswanderungswelle der deutschsprachigen „Siebenbürger Sachsen“ nach 1989 zurückgelassen wurden und in die Roma-Familien eingezogen sind. Die Bezeichnung „Sachsen“ hat übrigens nichts mit den Bewohnern des deutschen Bundeslandes Sachsen zu tun. Die ab dem 13. Jahrhundert hier eingewanderten „Deutschen“ wurden „Saxones“ genannt und stammten aus verschiedenen Regionen des heutigen Deutschland, vor allem aus dem Südwesten.Zwischen den alten Häusern sieht man immer wieder auch neu renovierte. Sie gehören meist in Deutschland lebenden ehemaligen Siebenbürgern, die im Sommer auf Urlaub zurückkommen

Sighisoara liegt an der „Großen Kokel“, hat knapp 30.000 Einwohner und ist wegen seiner mittelalterlichen Altstadt ein Weltkultur-Erbe. Mitten in der Stadt gibt es den Wohnmobil-Stellplatz Pension Aquarius auf N-46-13-23. O-24-47-48. 17 € inkl. Strom. Es ist gerade eine französische Wohnmobilgruppe hier, deshalb ist der Platz fast voll.

Dreisprachige Ortstafel von Sigishoara – Rumänisch, Deutsch, Ungarisch

Sighisoara liegt auf 3 Ebenen – der Unterstadt, der Oberstadt (Burgberg) und dem Schulberg ganz oben.

Der Stundturm ist das markante Merkmal auf dem Burgberg und der Eingang zur AltstadtKleine malerische Gassen, alte Häuser, Türme und Türmchen in der Altstadt

Steigt man noch eine „Etage“ höher, erreicht man den Schulberg mit seinem uralten evangelischen Friedhof mit alten deutschsprachigen Grabsteinen. Manche Gräber werden auch heute noch von Siebenbürger Auswanderern benutzt, wie aktuelle Inschriften zeigen.

Blick vom Schulberg auf die AltstadtNach dem Stadtrundgang gibt es eine typische Bohnensuppe in BrotteigSighisoara vermarktet sich geschickt, indem es seinen mittelalterlichen Charakter mit der Geschichte von Graf Dracula bzw. dessen historischem Vorbild, Fürst Vlad III Tepes (der Pfähler) Draculea verbindet. Geschichtlich verbürgt ist nur, dass dessen Vater eine Zeit lang hier gelebt hat – mehr nicht.

Dennoch gibt es hier das „Original-Geburtshaus“ von Vlad III und dazu ein reiches Angebot an „Dracula-Kitsch“ zu bestaunen. Sogar ein Denkmal hat man ihm errichtet. Die Touristen freut’s und der Stadt bringt es Geld😄

Aber man geht mit dem Thema auch humorvoll um

Was in Maramuresch die alten Holzkirchen und in der Bukowina die Moldau Klöster, das sind in Siebenbürgen die Kirchenburgen. Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg, um einige davon zu besuchen. Fast jedes Dorf in der Gegend hat eine mehr oder weniger große Kirchenburg.in Probstdorf steht eine, vor einigen Jahren von der Dorfgemeinschaft restaurierte.Sie ist zugesperrt, doch wir haben Glück und treffen einen von 8 noch hier lebenden „Sachsen“, der den Schlüssel für die Kirche hat. Er erzählt uns davon, wie „nach der Wende“ fast alle das Dorf verlassen haben und nur 8 Familien zurück blieben. Es gibt noch heute eine Blaskapelle mit 8 Musikern – von jeder Familie einer. Im Dorf leben heute über 90 Prozent Roma, zum Teil in den ehemaligen Sachsen-Häusern – und es gibt keine Probleme. Alle leben in der Dorfgemeinschaft zusammen – und die „Deutsche Blaskapelle“ spielt auf Wunsch auch bei Roma-Begräbnissen. Im Frühjahr kommen oft ausgewanderte Dorfbewohner zu Besuch und renovieren und putzen ihre Häuser. Im Sommer kommen dann oft auch deren Kinder und Enkel aus Deutschland. Im Herbst sind dann wieder alle weg.

Wir können auch noch den Speck-Turm besichtigen. In den Türmen der Kirchenburgen wurde früher über den Winter der geräucherte Speck aufbewahrt. Der Speckturm in Probstdorf ist angeblich der letzte, der auch noch wirklich zur Specklagerung benutzt wird. Jedes Speckstück ist mit der Hausnummer des Besitzers gekennzeichnet. Unser Begleiter erzählt dazu eine nette Geschichte: Der Speck durfte im Frühjahr/Frühsommer erst ab dem ersten Gewitter gegessen werden. Der Grund: Hätte man schon früher damit begonnen, so hätte er nicht über den Sommer gereicht.😄Eine der größten Kirchenburgen steht in Biertan. Leider ist sie heute, Montag, geschlossenÜber Medias fahren wir weiter in Richtung Sibiu, auf der Suche nach einem netten Übernachtungsplatz.

Nördlich von Sibiu bei der Stadt Ocna Sibiului, bekannt wegen ihrer Salzwasser-Badeteiche, gibt es einen freien Stellplatz an einem öffentlichen Fischteich. N-45-53-14. O-24-5-7. Am Abend kommt jemand und kassiert 4 € für die Benutzung. Es gibt sogar einen gedruckten Beleg.Nach ruhiger Nacht fahren wir am nächsten Morgen nach Sibiu. Die Stadt war einst Kulturhauptstadt Europas und wirkt sehr modern. Wir suchen längere Zeit nach einer Parkmöglichkeit nahe der Innenstadt, aber alles ist rappelvoll. Die Altstadt wäre sicher sehenswert, aber ohne Parkmöglichkeit entschließen wir uns zur Weiterfahrt in Richtung Brasov.

Auf halbem Weg liegt in Carta der nette Campingplatz „De Oude Wilg“ (Die alte Weide) unter niederländischer Leitung. Eigentlich sind es mehrere große durch Sträucher getrennte Wiesen mit einem liebevoll dekorierten Sanitärbereich. Sehr gemütlich und fast leer. N-45-47-4. O-24-34-2.

Anstatt am nächsten Morgen weiter nach Brasov zu fahren, entscheiden wir uns kurzfristig für eine Hochalpin-Tour in den Süden. Die Bergstraße „Transfagarasan“ führt auf 2000 m hinauf und endet auf der anderen Seite in Curtea de Arges in der Walachei. Das Wetter ist prächtig und die Straße gut ausgebaut.

Vor uns liegen mit rund 2500 m Höhe einige der höchsten Berggipfel der KarpatenIn weiten Serpentinen geht es hinauf bis auf 2.000 mAuf der Passhöhe liegt der Lacul Balea. Leider zieht Nebel herein und die umliegenden Berggipfel sind nicht mehr zu sehen.Dafür gibt es eine lokale Spezialität zu Essen: Polentakugeln mit Schafkäse gefüllt und in Alu-Folie gegrillt. Sehr zu empfehlen.Die Abfahrt in die Walachei bietet nochmals spektakuläre Ausblicke …………..…… und tierische BegegnungenAm Ende eines langen Stausees liegt die Burg Poenari, die tatsächlich auf den Fürsten Vlad Tepes Draculea zurückgeht. Er war historisch nachweisbar längere Zeit hier. Sie liegt jedoch so hoch auf einem Hügel, dass sie für den „Massentourismus“ nicht geeignet ist. Also „verkaufen“ die Tourismus-Manager lieber Sighisoara und die Törzburg (Bran), zu der wir später kommen, als Dracula-Locations.😄Etwas außerhalb von Curtea des Arges liegt der Campingplatz Noaptes. Die letzten 3 km davor sind etwas abenteuerlich wegen unzähliger tiefer Löcher in der Fahrbahn. Man muss halt langsam fahren. Aber schließlich erreicht man den netten kleinen Platz auf N-45-5-44. O-24-39-16. 12 € inkl. Strom.

Wir treffen Steffi und Dominic aus Köln und sie erzählen uns, dass sie seit 7 Monaten mit ihrem VW Bus unterwegs sind. Ihre Reise ging durch den Iran, Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan bis an die Grenze zur Mongolei und über Russland zurück. Ein phantastisches Erlebnis. (Ja, ja – so jung und abenteuerlustig müsste man noch sein 😄)

Später kommt dann noch ein Schweizer Womo dazu und wir verbringen einen netten Abend mit Katharina und ihrem Mann.

Wegen des gestern länger dauernden nächtlichen Gesprächs starten wir am nächsten Tag erst gegen Mittag und fahren über Campulung zurück nach Siebenbürgen. Vor Brasov liegt der Ort Zarnesti. Hier gibt es einen sehr guten Wohnmobilstellplatz. Er nennt sich Alpin Ranch und liegt auf N-45-34-43. O-25-20-38. Der Besitzer war 11 Jahre lang Rumäniens bester Sportkletterer, verdient Geld in Deutschland mit dem Streichen von Hochspannungsmasten, investiert es in seinen Stellplatz und hat schon ein weiteres Stellplatz-Gelände in der Nähe in Bau. Sehr freundlich und bemüht.

Die Gebäude im Vordergrund und am hinteren Ende des Grundstücks sind Bestandteile des Platzes und sind u.a. mit netten Gemeinschaftsräumen eingerichtet.Nur wenige Kilometer von Zarnesti entfernt liegt auf 70 ha ein Großreservat für Braunbären. Sie wurden aus erbärmlichen Verhältnissen aus Zoos, Zirkussen und Privatbesitz befreit und werden hier möglichst frei gehalten und gepflegt. Sie haben zum Teil ein grauenhaftes Schicksal. Manchen wurden die Augen zerstört und Zähne und Klauen gezogen, um sie als Tanzbären zu verwenden oder sie einfach auf einem Restaurantparkplatz gefangen zu halten und sie dort den Besucher als Attraktion zu zeigen. Zur Zeit sind an die 100 Bären hier. Jeweils bei 3 Führungen am Vormittag ist das Gelände zu besuchen und man erfährt viel über dieses wunderbare Projekt. Es gibt in Rumänien übrigens etwa 6000 Braunbären in freier Wildnis.In solchen Käfigen waren viele der Bären jahrelang eingesperrt.Hier geht es ihnen gut

Mit dem Roller fahren wir weiter in das nahe gelegene schon oben erwähnt Bran (Törzburg). Hier ist die touristische „Hölle“ los. Menschenmassen schieben sich durch den kleinen Ort und zur Burg hinauf. Die Burg gilt als die „Dracula-Burg“ schlechthin, obwohl der „Fürst“ niemals hier war. Sie entspricht einfach dem Bild, dass Autor Bram Stoker in seinem Roman „Dracula“ beschrieben hat. Und so begann man schon während der Ceausescu-Zeit mit der touristischen Vermarktung. Aber auch ohne „Dracula“-Background ist die Burg prächtig anzuschauen. Sie wurde vom ehemaligen Königshaus von Grund auf restauriert.

Auch hier macht man sich da und dort einen Spaß mit dem Dracula-Mythos

Nach der Rückkehr zum Stellplatz erzählt uns der Besitzer von einer weiteren, ganz in Nähe liegenden sehenswerten Burg, und zwar der Burg in Rasnov (Rosenau). Also starten wir den Roller nochmals und fahren hin. Schon von der Ferne sieht man die imposante Burganlage, zu der eine kleine Standseilbahn hinauf führt.

Von oben hat man eine weiten Blick hinaus in die Ebene von Rasnov

Am nächsten Tag – wir verzichten auf einen Besuch in der Großstadt Brasov – fahren wir über Rasnov hinüber in das Prahova Tal. Die Sonne begrüßt uns heute morgen auf besondere Weise. Das Tal liegt in einem großen Wandergebiet und wird sowohl von inländischen wie ausländischen Touristen stark besucht. An seinem Ende liegt die Großstadt Ploiesti. Heute ist Samstag – und eine fast durchgehende Autokolonne wälzt sich durch das Tal.

Wir wollen dem Schloß Sinaia, der ehemaligen Sommerresidenz von König Carol I (einem Deutschen aus der Familie Hohenzollern-Sigmaringen) einen Besuch abstatten. Auch hier wie in Bran: Menschenmassen. Alle wandern die 2 km vom Parkplatz durch den Wald hinauf zum Schloss. Es ist aber auch wirklich sehenswert und erinnert mit seinem Fachwerk an die deutsche Heimat des Königs.Am Ende des Tals verlassen wir die Karpaten und erreichen die endlos scheinende Ebene nördlich von Bukarest. Sie wird uns im wesentlich bis zum Ende der Rumänien-Tour nicht mehr verlassen.

Vor der Stadt Ploiesti biegen wir in Richtung Nordosten ab und erreichen auf schnurgerader guter Straße Buzau. Unser Ziel sind die Vulcanii Noroiosi – kleine aktive Schlammvulkane – nördlich der Ortschaft Berca, 20 km nordwestlich von Buzau.

Hier wird die Landschaft noch einmal hügelig. Die kaum bewaldeten Hänge erinnern ein wenig an Schottland. Von Berca aus führt eine schmale, aber relativ gut befahrbare Straße bis zu einem Campingplatz direkt an den Schlammvulkanen. Der Platz heißt bezeichnenderweise „Muddyland“ und ist eine große Wiese an einem Picknickgelände. N-45-20-51. O-26-42-34. 6,- € (Strom extra)Vom Platz aus steigt man den Hügel hoch bis zum Eingang zu den Vulcanii. Ein paar Kilometer gegenüber gibt es ein zweites Vulkangelände, zu dem man direkt mit dem Auto hinauf fahren kann.

Das Gelände ist wirklich einmalig. Angeblich sind die blubbernden Schlammbecken in Festland-Europa einmalig. Die nächsten, dafür größeren, gibt es auf Island.

Liebe Freunde, das war es wieder einmal. Unsere nächsten Ziele sind das Donau-Delta und die Schwarzmeer-Küste.

Und nicht, dass ihr glaubt, dass es nur in München ein Oktoberfest gibtIn diesem Sinn: Ozapft is – auch in Brasov.

Liebe Grüße

Helga und Willi

Veröffentlicht unter 2018 Rumänien - Bulgarien - Griechenland | 3 Kommentare

Nordrumänien – Maramuresch und Moldava – Weltkulturerbe am laufenden Band

31.8. – 8.9.2018

Liebe Freunde,

am 31. August starten wir unsere für einen Monat geplant Rumänien-Tour um danach über Bulgarien weiter nach Griechenland zu fahren.

Wie gewohnt am Anfang ein paar Karten für den Überblick.

Anreise aus Österreich

Durch die Regionen Sathmar, Maramuresch und Moldau (Südbukowina)

Überblick über die Großregionen Rumäniens

Die erste Etappe mit 420 km führt uns am 31. August bis kurz vor Budapest. In Törokbalint – 10 km vor der Stadt – liegt der Campingplatz Fortuna. N-47-25-55. O-18-54-3. Schöne Anlage mit hohen Parkbäumen. Man hört die nahegelegene Straße, nachts ist es jedoch ruhig. 20 €. Strom 3 €.

Am nächsten Morgen geht es über die Autobahn bis Debrecen und dann über die Grenze nach Rumänien. Die Strecke von Debrecen bis zur Grenze ist eine wahre „Rüttelstrecke“ – ein kleiner Vorgeschmack auf die eine oder andere Straße in Rumänien.

Nach der Grenze ist die Straße aber in bestem Zustand und wir fahren bis Carei, wo wir übernachten wollen. Es gibt hier einen Campingplatz neben einem großen Freitzeitgelände mit Schwimmbad. N-47-40-19. O-22-27-16. 5 € pro Nacht. Der Platz ist einfach, aber ganz nett. Das einzige Problem ist, dass heute – Samstag – im Schwimmbad nebenan ohne Pause der „Disco-Hammer“ dröhnt – keine 100 m neben dem Wohnmobil. Nach einer Stunde „werfen wir das Handtuch“ und ergreifen die Flucht.

Die nächste größere Stadt ist Sathu Mare. Es hat mittlerweile 39 Grad. Neben dem Thermalbad soll es einen Parkplatz zum Übernachten geben. Dort ist jedoch trotz der Hitze Vollbetrieb und die Parkplätze sind restlos belegt. Wie gesagt – es ist Wochenende. Vielleicht ist es an anderen Tagen ruhiger. Die Koordinaten sind jedenfalls N-47-47-12. O-22-53-2.

Langsam wird es Abend und höchste Zeit für einen Übernachtungsplatz. In Apa gibt es ein riesiges Freizeitgelände an einem Badesee. Man kann sich dort nach Bezahlung von 12,60 € irgendwo einen schönen Platz aussuchen und einer ruhigen Übernachtung steht nichts mehr im Weg. N-47-46-29. O-23-10-53.

Gut ausgeruht machen wir uns am Sonntag, 2.9., auf den Weg über Negresti-Oas nach Sapanta an der ukrainischen Grenze. Auffällig hier sind die vielen protzigen Villen, die so gar nicht in das Bild, das man von Rumänien hat, passen.

Höhepunkt dieser „Villen-Kultur“ ist die Stadt Certeze. Kilometerlang fährt man an Protzbauten entlang, einer größer als der andere. Davor stehen Porsches, Mercedes, BMWs, oft mit französischen oder anderen Kennzeichen aus dem westlichen EU-Raum. Die Erklärung dafür ist einfach. Irgendwann haben die ersten Rumänen begonnen, im Ausland zu arbeiten. Speziell in Frankreich haben sie oft kleine Baufirmen gegründet und dort gutes Geld verdient. Um zu Hause zu zeigen, was sie geschafft haben, haben sie begonnen, riesige Häuser zu bauen. Die meisten davon stehen 11 Monate im Jahr leer. Im August treffen sich dann alle hier um den anderen zu zeigen, wer am meisten Geld hat. Es wird gefeiert und geheiratet. Will man etwas gelten, so sollten schon so an die tausend Hochzeitsgäste kommen! Angeblich bekommt jeder der Hochzeitsgäste 1 Flasche Zwetschken- (Pflaumen-) Schnaps. Im September sind dann wieder alle weg – und leben im Ausland zum Teil in Substandard-Unterkünften. Ein interessanter Artikel zu diesem Phänomen, das wir in dieser Dichte nirgendwo mehr in Rumänien gesehen haben, findet sich unter folgendem Link:

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2015/selbstbestimmung/seht-ich-hab-s-geschafft

Schließlich erreichen wir den kleinen Ort Sapantsa nahe der ukrainischen Grenze.

Wir sind jetzt in der Region „Maramuresch“. Touristisches Highlight dieser Region sind die prächtigen, uralten Holzkirchen. Viele von ihnen sind UNESCO Weltkulturerbe. Und die riesigen, wunderschön verzierten Holztore, hinter denen die bunten Dorfhäuser liegen. Doch auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Wie überall in Rumänien steht neben dem alten Holzhaus eine moderne Villa, parkt neben dem Pferdefuhrwerk der deutsche Nobelwagen.

In Sapantsa gibt es den netten Campingplatz Poieni. Er liegt ruhig an einem Bach und gehört zu einem Restaurant, in dem man gut essen kann, z.B. Rumänische Krautwickel mit Polenta

Der Platz liegt auf N-47-56-52. O-23-41-53 etwas außerhalb des Ortes. 12 € inkl. Strom.

Sapantsa ist ein sehenswerter Ort. Vor allem der „Fröhliche Friedhof“ ist ein Touristenmagnet. Die Grabkreuze aus Holz sind von Hand bunt bemalt und werden immer wieder aufgefrischt. Die Inschriften berichten vom Leben des Verstorbenen und schildern auf humorvolle Weise auch das eine oder andere Ereignis aus seinem Leben. Leider können wir die Texte nicht lesen, aber auch so ist der Friedhof einen Besuch wert.

Typische „Maramuresch“ Häuser mit verzierten Fassaden und großen geschnitzten Holztoren

Die nächste größere Stadt ist Sighetu Marmatsiei. Sie liegt nur wenige Kilometer von Sapantsa entfernt an der Grenze zur Ukraine. Hier wurde der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel geboren. Im ehemaligen Militärgefängnis wurde ein beeindruckendes und beklemmendes Dokumentationszentrum für die Opfer des Kommunismus und der Ceausescu-Diktatur zwischen 1947 und 1998 eingerichtet. In den Gesichtern der vorwiegend rumänischen Besucher spiegelt sich noch heute das Entsetzen über die Verbrechen am rumänischen Volk wieder. Offenbar haben viele noch persönliche Erinnerungen an diese Zeit.

Die Figurengruppe im Gefängnishof macht das Grauen deutlich

Von Sighetu Marmatsiei führt eine Strasse ins Izei Tal. Hier liegen besonders viele Weltkulturerbe-Holzkirchen nebeneinander. Mit dem Roller fahren wir auf der ziemlich holprige Straße bis Dragomiresti und besuchen einige der Kulturjuwele.

In Barsana, dem ersten Halt auf der Tour, liegt zunächst ein neu erbautes, aber nicht weniger sehenswertes Kloster mit mehreren großen Holzkirchen und Wohngebäuden.

Die uralten Holzkirchen sind dagegen von den Ausmaßen her eher klein und liegen meist inmitten eines Friedhofs.

Innen sind die Kirchlein mit prächtigen Fresken ausgemalt.

Am nächsten Tag wollen wir die Möglichkeit nutzen, zu Fuß in die Ukraine zu gehen und fahren deshalb noch einmal nach Sighetu Marmatsiei. Dabei begegnen wir diesem Pferdewagen. Den Pferden sieht man die Freude förmlich an, sich ein kleines Wettrennen mit den Autos zu liefern.

Die Tysa (Theiss) ist der Grenzfluss zur Ukraine. Als Fußgänger darf man ohne Visum für einen Besuch „einreisen“. Wir überqueren die Brücke und stehen erst einmal eine halbe Stunde an der Pass- und Zollkontrolle. Dann dürfen wir ukrainischen Boden betreten.

Der kleine Grenzort wirkt ziemlich düster und heruntergekommen. Viel gibt es nicht zu sehen und nach einem kleinen Rundgang gehen wir zur Grenze zurück. Die „Ausreiseformalitäten“ dauern auch jetzt wieder eine halbe Stunde.

Östlich der Region Maramuresch liegt die Region Moldau. Ein Teil davon ist die Bukowina. Um dort hin zu gelangen, überqueren wir den einst wegen seiner schlechten Fahrbahn gefürchteten Prislop Pass. Die mittlerweile fast zur Gänze sanierte und gut ausgebaute Straße führt bis auf 1400 m hinauf. Am Strassenrand werden frische Steinpilze verkauft.

Im kleinen Ort Ciocanesti auf 900 m Höhe gibt es eine Stellplatz-Wiese bei „Vladmir“. Der Besitzer begrüßt uns überschwänglich in gutem Englisch. Er spricht auch perfekt Französisch. N-47-29-44. O-25-15-31. Vladimir verlangt inkl. Strom nur ganze 6 € pro Nacht.

In dieser Region hat es den ganzen Sommer über viel geregnet und alles ist grün. Vladimir, der unverheiratet ist, kocht selbst und wir nehmen die Gelegenheit wahr, gemeinsam mit Paaren aus der Schweiz, aus Frankreich und aus Weißrussland einen gemütlichen Abend zu verbringen. Für 6 € gibt es einen Begrüssungsschnaps, Wein, Gemüsesuppe, gefüllte Paprika und ein Eis. Vladimir erklärt jeden Gang wie der Kellner eines Haubenrestaurants 😄

Ciocanesti hat eine Besonderheit. Fast alle Häuser sind mit Borten verziert, die historische Muster verwenden. Hier als Beispiel das Haus von Vladimir.

Am nächsten Morgen regnet es stark. Wir legen daher eine Pause ein und bleiben auf dem Campingplatz „De Vuurplaats“ in Fundu Moldovei. Der sehr nette Platz liegt direkt an der Moldava (Moldau) und wird von Niederländern geführt. Er eignet sich auch bestens zum Besuch einiger der berühmten Moldau Klöster. N-47-32-05. O-25-24-59

Hügellandschaft mit Almwirtschaft rund um Fundu Moldovei

Ein paar Bemerkungen zu den Straßenverhältnissen in Rumänien. Die Hauptstraßen sind meist in einem guten Zustand. Man muss allerdings auch hier aufpassen, denn das eine oder andere Schlagloch oder eine größere Bodenwelle sind auch hier möglich. Die Nebenstraßen sind teils in sehr gutem, teils in miserablem Zustand. Wir fahren manche – auch längere – Strecken mit 20 KmH Durchschnittsgeschwindigkeit. Im Großen und Ganzen kommt man aber gut voran. Wegen der oftmals geringen Geschwindigkeit sieht man immerhin mehr von der Umgebung 😄. Die folgenden Bilder bitte nicht mißverstehen. Sie zeigen nur ein paar ganz „spezielle“ Situationen.

Pferdefuhrwerke sind ein verbreitetes Fortbewegungs- und Tranportmittel. Manche von ihnen tragen sogar Nummernschilder.

Das Wetter wird wieder schöner und wir besuchen 4 der berühmten Moldauklöster (gelb markiert). Die Karte zeigt die Klöster in der Region. Die mit dem roten Kreuz sind UNESCO Weltkulturerbe.

Die meist aus dem 16. Jahrhundert stammenden Klöster haben eine Besonderheit – die leuchtenden Bemalungen an den Außenwänden. Sie haben Jahrhunderte bei Sonne, Regen und Kälte überdauert und zeigen Heiligenbilder, Szenen aus der Bibel, aber auch Kriegsmotive

Die Klosterkirchen liegen meist mitten innerhalb einer Klostermauer. An der Mauer befindet sich das eigentliche Kloster.

Hier ein paar Fotos der von uns besuchten Klöstern

Ein ganz besonderes Highlight in dieser Gegend liegt in Moldovitsa in der Nähe von Vatra Moldovitsei. Das kunstvolle Bemalen von Eiern hat in der Gegend eine lange Tradition und überall kann man einfache, schöne Exemplare davon kaufen.

Weit über diese Tradition hinaus geht jedoch die Kunst von Lucia Condrea. Die weltweit anerkannte Künstlerin bemalt mit Hilfe eigener Techniken Eier in einer unglaublichen präzisen Weise. Neben ihrem Wohnhaus hat sie ein Museum mit tausenden von ihr gestalteten bemalten Eiern eingerichtet. Es gibt in der Nähe sogar eine Straußenfarm, die Straußeneier an die Künstlerin liefert. Exponate gibt es von Wachtel- bis Straußeneigröße Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier ein paar Beispiele

Soviel für heute. Unser nächstes Ziel ist die Region Transsylvanien (Siebenbürgen). Dazu fahren wir durch die Ostkarpaten und durch die Bicaz Schlucht in Richtung Sighisoara. Doch dazu mehr im nächsten Bericht.

Liebe Grüsse

Helga und Willi

Veröffentlicht unter 2018 Rumänien - Bulgarien - Griechenland | 3 Kommentare

An die Costa Brava, an den Canal du Midi und durch die Cevennen und das obere Loire Tal nach Hause

15. – 27. Mai 2018

Liebe Freunde,

unsere Spanienreise 2018 geht ihrem Ende entgegen. Hier die letzte Etappe auf unserer Tour

Nach einer ruhigen Nacht auf unserem Stellplatz im Ebro Delta fahren wir über die Autobahn an die Costa Brava und nach Sant Pere Pescador. Auf dem Campingplatz Aquarius haben wir im vergangenen Herbst die letzten Tage unserer damaligen Pyrenäen-Tour verbracht. Jetzt treffen wir dort auf unsere langjährigen Freunde Heidi und Alfons, die vor dem ständigen Regen von der französischen Atlantikküste hierher „geflohen“ sind.

Wir verbringen ein paar schöne Tage, machen eine Radtour zu den Ausgrabungen von Empuries (she. auch unseren Bericht vom Herbst 2017) und fahren dann gemeinsam weiter an die französische Mittelmeerküste bei Beziers.

In der Nähe von Agde liegt an der Mündung des Herault ins Meer der Campingplatz La Tamarissiere. Er ist schon fast so etwas wie unser Stammplatz, wenn wir in dieser Gegend sind.

Von hier aus kann man schöne Radtouren unternehmen, unter anderem am Canal du Midi entlang bis zur sehenswerten Stadt Beziers.

Wir bleiben ein paar Tage und genießen die gemeinsamen Unternehmungen mit unseren Freunden.

Schließlich heißt es aber doch, Abschied zu nehmen und die Heimreise anzutreten.

Über Montpellier fahren wir westlich an Nimes vorbei. In Sommieres gibt es einen Camping- und einen offiziellen Stellplatz. Gegenüber davon ist ein großer Parkplatz direkt am Fluß Vidourle. Hier bleiben wir über Nacht. N-43-47-03. O-4-5-11. Von hier führt übrigens ein Radweg nach Nimes.

Am nächsten Morgen starker Regen. Wir durchqueren die Berge der Cevennen. In dieser Gegend nicht weit vom Mittelmeer entspringt die Loire. Sie fließt zunächst nach Norden und dann nach Westen, wo sie das berühmte Loire-Tal mit seinen vielen Schlössern bildet.

Hier ist sie noch ein schmaler Fluß, an dem entlang wir durch die „Gorges de la Loire“ bis Roanne fahren. Von einer „Schlucht“ kann man eigentlich nicht sprechen, eher von einem manchmal engeren, dann wieder breitem Tal. Leider trübt der Regen die Fahrt auf dieser an sich schönen Strecke.

Am Nachmittag erreichen wir Roanne westlich von Lyon. Direkt am Freizeithafen an der Loire gibt es einen offiziellen Stellplatz der Stadt mit großzügigen Parzellen, jede mit einer kleinen Liegewiese davor! Self-Check-In. € 7,10 pro Nacht. Token für Ver- und Entsorgung am Automaten für € 2,50. Um 18.00 kommt ein Kassier, der prüft, ob man bezahlt hat bzw. bei dem man auch die Stellplatzgebühr direkt entrichten könnte. N-46-2-14. O-4-4-58.In der Zwischenzeit ist es sonnig geworden und die Regenschirme trocknen vor dem WomoAm nächsten Tag fahren wir über Beaune an der Saone entlang bis Gray. Beaune ist einer der Hauptorte des Burgunder-Anbaugebietes, umgeben von Weinbergen.In Gray fahren wir gleich auf den großzügig angelegten städtischen Stellplatz neben dem Campingplatz. N-47-27-09. O-5-36-09. Die Parzellen sind geräumig. Am Abend kommt jemand und kassiert € 5,- pro Tag inkl. Strom und Ver-/Entsorgung. Der Platz liegt unweit der Saone, an der entlang man nach einem kurzen Spaziergang das Stadtzentrum erreicht.Von Gray geht es über Vesoul und Belfort nach Freiburg und hinauf in den Schwarzwald. In Titisee Neustadt gibt es einen Campingplatz. Wegen eines heftigen Gewitters fahren wir aber weiter und landen in Donaueschingen. Der Stellplatz ist voll, aber es gibt am Rand der Altstadt einen Bus- und PKW Parkplatz, auf dem wir eine ruhige Nacht verbringen. N-47-57-9. O-8-30-24.In Donaueschingen liegt nicht nur die Ursprungsquelle der Donau …..

……. sondern auch der Stammsitz der Familie Fürstenberg.

Die Fürstenbergische Brauerei war einst die größte Brauerei Deutschlands.

Die Degustation ihrer 7 Biersorten lassen wir uns nicht entgehen 🍺

Mit diesem „genußvollen“ Foto wollen wir uns für dieses Mal von Euch verabschieden, denn am nächsten Morgen geht es weiter nach Hause.

Wir bedanken uns für Euer Interesse und hoffen, dass Ihr bei unserer nächsten Reise wieder mit dabei seid.

Ende August geht es zuerst einmal für einige Wochen kreuz und quer durch Rumänien und dann über Bulgarien zum Sommerausklang nach Griechenland.

Bis bald und liebe Grüße

Helga und Willi

Veröffentlicht unter 2018 Südspanien | 6 Kommentare

Avila, Segovia, Madrid, Toledo, Aranjuez, Teruel, Ebro Delta

6. – 14. Mai 2018

Liebe Freunde,

unsere Spanienrundfahrt Frühjahr 2018 nähert sich ihrem Ende. Hier die Route zu diesem Bericht

Von Salamanca aus nehmen wir die Autobahn nach Avila. Es ist wolkenlos und heiß. Die Straße führt auf fast 1200 m hinauf und über endlos scheinende Hochebenen.

In Avila finden wir problemlos den riesigen Busparkplatz an der Stadtmauer. Es stehen auch schon einige Wohnmobile hier. Das Übernachten ist kostenlos. Es gibt keine Ver- und Entsorgung. Dafür steht man schön mit Blick auf die gewaltige, in der Nacht beleuchtete, Stadtmauer. N-40-39-39. W-4-42-15

Avila ist die höchst gelegene Stadt Spaniens (1127m). Vom Aussichtspunkt Cruz de los Cuatro Postes an der Straße von Salamanca kommend hat man den besten Blick auf die Silhouette der Stadt und auf die 2,5 km lange begehbare Stadtmauer.

Wir gehen vom Parkplatz entlang der Stadtmauer den Hügel hinauf zu Kathedrale. Welch anderes Bild als bisher. Das Innere der Kirche wirkt düster. Grauer und rotweisser Granit dominieren. Die Kirche ist Teil der Wehranlage mit Schießscharten und Zinnen.

Wir steigen hinauf auf die Stadtmauer. Mit ihren 9 Toren, 88 halbrunden Türmen und 2500 Zinnen ist sie ein beeindruckendes Bauwerk. Ein Teil davon ist begehbar.

Den Abend verbringen wir mit einem netten Camper-Paar von Westküste der USA, die auf Europatour sind, genießen spanischen Eichelschinken und den Blick auf die nächtliche Stadtmauer

Am nächsten Morgen geht die Reise weiter nach Segovia, nur 60 km von Avila entfernt. Im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Berge der Sierra de Guadarrama nördlich von Madrid.

Segovia hat einen kostenfreien Wohnmobil-Stellplatz mit Ver- und Entsorgung 2 km vom Zentrum neben der Stierkampfarena. N-40-56-26. W-4-6-26. Am Vormittag sind noch einige Plätze frei, am Abend ist alles voll und die später ankommenden Wohnmobile weichen auf den nebenan liegenden Parkplatz aus.

Segovia ist eine alte Römerstadt, die auf einem 100 m hohen Felsplateau zwischen zwei Flüssen liegt. Weltberühmt ist der 2000 Jahre alte 728 m lange Aquädukt aus riesigen Steinquadern. Er weist 118 Bögen auf und ist bis zu 28,5 m hoch.

Nicht weit vom Stellplatz entfernt beginnt der Aquädukt zunächst recht niedrig und unscheinbar, wird aber rasch höher, je näher man zur Altstadt kommt.

Unten angekommen, sieht man ihn in voller Höhe – ein unglaubliches Bauwerk, das ohne Mörtel aus exakt bearbeiteten Granitblöcken aufgeschichtet wurde und die Jahrtausende überdauert hat.

Wir steigen auf der anderen Flußseite hinauf in die Altstadt, vorbei an der Casa de los Picos, einem Adelspalast mit einer Fassade aus „Diamantquadern“

Die prächtigen Paläste aber auch kleinere Häuser weisen reich verzierte Fassaden auf.

Die Kathedrale von Segovia …….

……… und der mächtige Alcazar

Segovia ist eine überaus sehenswerte Stadt, man spürt allerdings die Nähe zu Madrid. Segovia gehört wie Toledo und Aranjuez zum Ausflugsprogramm der Madrid-Touristen und dementsprechend viel ist hier los.

Von Segovia gehts es am nächsten Morgen weiter nach Madrid. Wir nehmen nicht die schnelle Autobahnverbindung, sondern fahren bei herrlichem Wetter quer durch die Berge der Sierra de Guadarrama.

6 km von Segovia entfernt liegt in Palazuelos de Eresma ein kleiner Stellplatz mit einer Ver-/Entsorgungseinrichtung. Die Benutzung der V/E in Segovia ist etwas umständlich. Hier ist es komfortabler. N-40-55-40. W-4-3-27.

Ein paar Kilometer weiter liegt „La Granja de San Ildefonso“, das „kleine Versailles“ von Philip V. Nach den spanischen Habsburgern war er der erste Bourbone auf dem spanischen Thron und hat die französische Art, Paläste zu bauen, nach Spanien mitgebracht.

Es ist noch früher Vormittag und die schönen Gartenanlagen rund um das Schloß sind menschenleer. Nur ein Fotograf durchstreift die Anlagen und bietet sich an, von uns ein Foto zu machen.

Einige Eindrücke vom sehenswerten Schloßgarten

Die Straße führt jetzt auf 1.900 m hinauf und vorbei an einem Schigebiet. Hier liegt noch Schnee. Auf der anderen Seite geht es hinunter nach El Escorial mit seiner gewaltigen Schloßanlage. Von hier aus regierte Philip II. im 16. Jhdt. das spanische Weltreich.

Alle in unseren diversen Stellplatz-Verzeichnissen angegeben Stellplätze in der Nähe des Schlosses gibt es nicht mehr. Überall sind Wohnmobil-Verbotsschilder aufgestellt. Es ist zum Verzweifeln. Mehrfach durchqueren wir den Ort, können aber nirgendwo stehen bleiben. Kurzerhand beschließen wir, in Richtung Avila am Schloß vorbeizufahren. Und siehe da: direkt davor gibt es eine Parkzone mit gebührenpflichtigen Parkplätzen. Wir zwängen uns in eine Parklücke, zahlen für 4 Stunden 9 € und brauchen nur den großen Schloßplatz zu überqueren, um zum Eingang zu kommen. Man könnte hier auch übernachten. Von 9.30 – 19.00 Uhr zahlt man 20 €. Danach ist der Platz kostenlos.

Die Ausmaße der aus grauem Granit gebauten Schloßanlage sind gigantisch: 206 x 161 m und 16 Innenhöfe.

Die Besichtigung der Privatgemächer von Philip II., der Kathedrale usw. dauert mehrere Stunden. Besonders sehenswert ist die Begräbnisstätte der spanischen Könige.

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis fahren wir weiter nach Madrid auf den Campingplatz Osuna N-40-27-13. W-3-36-11. Der Platz ist schon älter aber gemütlich. Außerhalb der parzellierten Flächen gibt es eine große Wiese mit viel Platz. Unser 40 m Stromkabel reicht gerade bis zur ersten freien Steckdose. 27 € inkl. Strom.

Der Campingplatz ist ca. 20 Gehminuten von der Metrostation entfernt. Wir kaufen wieder aufladbare Karten mit je 10 Fahrten für 12.20 + 2.50 für die Plastikkarte. Mit der Linie 5 fahren wir bis zur Station Ventas und dann mit der Linie 2 bis Banca Espagna/Plaza Cibeles mitten im Herzen Madrids.

Unweit von hier an der Fuente Neptuno starten die Tourbusse zu den Stadtrundfahrten. Das 2 Tagesticket kostet für „Pensionados“ statt 25 € nur 13 € – wirklich ein großzügiges Angebot.

In den nächsten 3 Tagen haben wir ausreichend Zeit, Madrid kreuz und quer zu erkunden. Die Stadt ist unglaublich interessant. Gemütliche Stadtviertel mit kleinen Gassen und zahlreichen Kneipen wechseln sich ab mit breiten Prachtboulevards.

Die Stadt zu beschreiben, würde den Rahmen des Berichts sprengen. Daher nur eine kleine Auswahl an Fotos

Das moderne Madrid

Das Bernabeu Stadion von Real Madrid liegt mitten in der Stadt

Am Palacio Real

Bunte Figuren – überall in der Stadt verteilt

Velazquez Denkmal vor dem Prado Museum

Miguel de Cervantes blickt hinab auf seine „Geschöpfe“ Don Quijote und Sancho Pansa

Die gewaltige Stierkampf-Arena

An der Gran Via

Nach 3 Tagen und 60 km zu Fuß kreuz und quer durch die Stadt verabschieden wir uns und fahren weiter – in die nächste Touristenmetropole – nach Toledo. Nach kurzer Autobahnfahrt erreichen wir die Stadt von „El Greco“. Sie zählt zu den ältesten Orten Spaniens. Schon die Westgoten wählten sie im 6. Jhdt. zu ihrer Hauptstadt.

Die Lage hoch auf einem Felshügel über dem Rio Tajo ist beeindruckend. Vom Großparkplatz, auf dem wir übernachten, hat man einen schönen Blick auf den mächtigen Alcazar. N-39-51-44. W-4-0-52.

Zur Stadtbesichtigung steigen wir den steilen Hügel hinauf und sind gleich darauf mitten im Gewirr der engen, mittelalterlichen Gassen. Die zur Zeit eingerollten Beschattungstücher lassen erahnen, wie heiß es hier im Sommer wird. Fast jede Gasse ist ausserdem mit unterschiedlichen Laternen dekoriert.

Von Beschaulichkeit keine Spur. Touristenmassen schieben sich durch die schmalen Gassen

Besonders sehenswert ist die Kathedrale von Toledo. Sie ist die zweitgrößte Spaniens und ist reich ausgestattet – unter anderem mit zum Angreifen nahen Werken von El Greco und Velazques.

Vor der Kathedrale findet gerade ein „Outdoor-Fecht-Turnier“ statt.

Am späteren Nachmittag fahren wir noch 40 km weiter bis Aranjuez, wo wir auf dem Campingplatz übernachten wollen.

Ein „Tafelberg“ erhebt sich aus der weiten Ebene

In Aranjuez angekommen stellt sich heraus, dass der Campingplatz restlos ausgebucht ist. Wir müssen daher anderswo einen Übernachtungsplatz suchen. Gleich in der Nähe finden sich am Tajo einige nett aussehende Parkplätze und wir parken ein, um über Nacht zu bleiben. Leider scheint hier aber ein lautstarker Jugendtreffpunkt zu sein und wir suchen weiter.

In unmittelbarer Nähe zum Schloß von Aranjuez finden wir einen so gut wie leeren Großparkplatz, der sich bestens zum Übernachten eignet. N-40-2-25. W-3-26-22. Außer uns stehen nur ein paar Busse hier. Später kommen noch 3 Wohnmobile dazu und wir verbringen eine ruhige, angenehme Nacht.

Am nächsten Morgen sind wir die ersten Besucher des berühmten „Spanischen Versailles“, Weltkulturerbe und Schauplatz von Schillers „Don Carlos“. Der Komponist Joaquin Rodriguez schrieb sein „Concierto de Aranjuez“ als Widmung an die herrlichen Schloßgärten.

Von Aranjuez aus fahren wir weiter durch schier endlose einsame Hochebenen am Rande der Mancha entlang. Vor Cuenca, der Welterbe-Stadt mit ihren hängenden Häusern, wird die Landschaft wieder hügeliger. Immer höher geht es hinauf – vorbei an bizarren Felsformationen.

Schließlich erreichen wir auf 1300 m den höchsten Punkt der Passstraße nach Teruel

Die letzten 40 km nach Teruel erinnern uns ein wenig an unsere USA Tour – die Umgebung sieht fast so aus wie am Grand Canyon.

In Teruel übernachten wir auf dem städtischen kostenfreien Wohnmobilplatz. Es stehen schon 15 Womos hier, aber wir haben noch Platz. Es gibt keinen Service. N-40.6248. W-1.093.

Am letzten Tag dieser Etappe fahren wir durch die Berge hinauf bis auf 2.000 m. Die Straße in Richtung Allepuz ist auf einmal gesperrt. Es gab zwar irgendwann einmal ein Schild „Pista Cortada“, das wir von Google als „Angeseilte Piste“ übersetzt bekamen. Jetzt wissen wir, daß das „Gesperrte Straße“ heißt. Über das Bergdorf Gudar wird „zum Glück“ eine Umleitung angeboten. Wir fahren also kurzerhand hinauf.

Das war’s dann aber auch schon. Die Durchfahrt durch das Dorf ist allein schon ein Abenteuer. Dahinter ist das Sträßchen so schmal, dass wir beschließen, umzudrehen und bis zum Schild „Angeseilte Piste“ zurückzufahren und die alternative Straße zu nehmen.

Bald danach erreichen wir auf 2.000 m Höhe ein Schigebiet mit Hotelanlage

Zu Mittag hat es hier oben „kühle“ 7 Grad und die Bäume tragen noch den Raureif der Nacht

Die Fahrt weiter nach Morella führt durch eine weitläufige Berg-/Hügel-Landschaft.

Wir wollen nach Morella zum Ver-/Entsorgen. Vorher entdecken wir zufällig im hübschen Ort Cantaviejo ein Schild mit einem Wohnmobil-Zeichen. Tatsächlich bietet die Gemeinde eine V/E-Station an

Vor Morella durchqueren wir ein landwirtschaftliches genutztes Gebiet mit unzähligen, durch Steinmäuerchen getrennten Flächen

Schließlich taucht die Stadt Morella mit ihrer spektakulären Felsenburg auf.

Wir sind noch immer auf 1000 m Seehöhe, aber jetzt beginnt die Talfahrt hinaus an die Küste. In Vinaros gibt es zwar einen Campingplatz, aber wir beschließen, wieder den Stellplatz an der Casa Fusta im Ebro Delta zu besuchen. Hier waren wir schon auf der Hinreise vor 2 Monaten.

Damals war der Platz voll von heimreisenden „Überwinterern“ – jetzt ist er fast leer. Vor zwei Monaten waren auch die Reisfelder alle trocken, jetzt sind sie geflutet und in wenigen Wochen wird hier alles grün sein.

Liebe Freunde, das war’s wieder einmal.

Wir nähern uns jetzt allmählich der allerletzten Etappe dieser Reise und es geht weiter an die Costa Brava und an die französische Mittelmeerküste. Bis bald.

Helga und Willi

Veröffentlicht unter 2018 Südspanien | 5 Kommentare

Durch die Extremadura nach Salamanca

26. April – 5. Mai 2018

Liebe Freunde,

nach der Großstadt Sevilla erwarten uns auf dieser Etappe viel Natur und überaus sehenswerte kleinere Städte. Hier der Plan dieser Route:

Von Sevilla aus geht es hinauf in die westlichen Hügel der Sierra Morena. Wir nähern uns der Grenze zu Portugal. Auf 700 m Höhe fahren wir durch ausgedehnte Waldgebiete mit riesigen, knorrigen, jetzt noch unbelaubten Bäumen. Es sind angelegte Plantagen von Maroni- (Esskastanien-) Bäumen. Die Stämme der uralten Bäume erreichen unglaubliche Dimensionen

Wir fahren durch die Stadt Aracena weiter bis Cortegana. Hier ist die Heimat des teuersten spanischen Schinkens, des Jamon Iberico vom dunklen Iberico Schwein. Wegen der schwarzen Klauen der Schweine heißt er auch „Jamon de Pata Negra“. Zentrum der Schinkenproduktion ist das Städtchen Jabugo.

Die beste Qualität heißt „Bellota“ (Eichel-Schinken). Die Schweine dafür leben halbwild in den Steineichenwäldern und ernähren sich ausschließlich von Eicheln. 1kg Bellota Schinken kann – von Hand aufgeschnitten – schon einmal 200,- Euro kosten.

Auf der Suche nach einem ruhigen Platz, von dem aus wir einige Rollertouren durch die Sierra Morena machen wollen, landen wir in Fuenteheridos, einem kleinen Ort inmitten der Kastanien- und Eichenwälder. Am Ortsrand gibt es in einer Kastanienplantage einen Natur-Campingplatz, der um diese Zeit nur am Wochenende geöffnet hat. Obwohl erst Donnerstag ist, öffnet uns ein freundliche Platzwart das verschlossene Tor und wir können, weil wir 3 Tage bleiben wollen, auf den Platz fahren. N-37-54-12. W-6-40-19

Natur pur im Kastanienwald. Jeder Platz hat Stromanschluß, Steintisch, Wasseranschluss und Sitzbänke

Nach einigen sonnigen Tagen wird es saukalt und es regnet immer wieder. Nachts 7 Grad, tagsüber kaum über 13 Grad. Zuhause in Österreich hat es dagegen unglaubliche 30 Grad.

Wir verlassen Andalusien und kommen in die Provinz Extremadura. Die Landschaft ist geprägt von Steineichenwäldern, die die weite hügelige Landschaft bedecken – ein Paradies für die „Pata Negra Schweine“, auf die man hier immer wieder trifft.

Das Städtchen Jerez de los Caballeros liegt malerisch auf einem Hügel. Unten „im Tal“ gibt es neben der Stierkampfarena einen neu angelegten kostenlosen Stellplatz für 8 Wohnmobile – jeder Platz mit einer eigenen Stromsteckdose. Heute sind wir die einzigen Besucher hier. N-38-19-34. W-6-45-44.

Zum Stadtbesuch steigen wir steil den Hügel hinauf. Durch enge Gassen mit schönen weißen Häusern erreichen wir die Bartholomäuskirche mit ihrer prachtvollen Fassade

Blick auf Jerez und die nächste Regenfront

Es ist noch früh am Nachmittag und wir fahren weiter nach Zafra. Auch hier gibt es einen kostenfreien Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom, sauberes öffentliches WC. Der Platz liegt direkt an einer Messehalle. N-38-25-31. W-6-24-38.

Zafra hat eine nette Altstadt mir 2 hübschen zentralen Plätzen. Nach einer Runde durch die Stadt gehen wir zum Womo zurück und haben wieder „15.000 Schritte auf dem Schrittzähler“ – wie fast jeden Tag😅.

Am nächsten Morgen ist es kühl, aber sonnig und es wartet eine echtes Highlight auf uns: das „Spanische Rom“, die Welterbe-Stadt Mérida. Die Stadt macht es Womo Fahrern leicht. Unweit der römischen Theateranlagen liegt der Stellplatz Parking Theatro Romano. N-38-55-8. W-6-20-9. Ticketautomat. 12€ pro 24 Stunden. Strom 5 €. Kassenhaus rund um die Uhr besetzt. Sehr freundliches Personal.

Wir gehen gleich los zur Stadtbesichtigung. Auch hier ist der „Schinken“ allgegenwärtig

Seit über 2000 Jahren führt die 792 m lange Puente Romana über den Rio Guadiana. Sie gilt als längste römische Brücke überhaupt.

Das Theatro Romano zählt mit seinem Pendant in Orange in Südfrankreich zu den schönsten erhaltenen römischen Theaterbauten

Das Amphitheater fasste 14.000 Zuschauer und diente Gladiatorenkämpfen, Tierhatzen und Kämpfen zwischen Menschen und Tieren. Angeblich war schon damals der Besucherandrang hier größer als im nebenan liegenden Theater. Insofern hat sich nicht viel geändert: Auch heute sind Fußballstadien und Formel-1-Rennen besser besucht als die „Tempel der Hochkultur“ 😄

Überall in der Stadt finden sich Überreste römischer Bauwerke

Gleich neben dem Amphitheater wurde das Nationalmuseum für römische Kunst errichtet, ein prächtiger moderner Bau mit einer beeindruckenden Sammlung.

Aber das ist nicht alles. Auch die arabische Festung, die Reste des römischen Forums, ein Diana Tempel und der Circo Romano, eine Pferderennbahn für 30.000 Zuschauer lohnen einen Besuch in dieser wirklich einmaligen Stadt.

Am darauf folgenden Tag wird es endlich wärmer. Unser nächstes größeres Ziel ist die Stadt Cáceres, die einen vom „römischen“ Merida direkt ins Mittelalter versetzt. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher nach Guadalupe und Trujillo.

Von Merida aus fahren wir zunächst in nordöstlicher Richtung auf der Autobahn bis Miajades und dann über die wenig befahrene EX 102 durch eine blühende und von Steineichen bewachsene Landschaft.

Unsere Zwischenziel – das Kloster Santa Maria de Guadalupe – ist nach bald erreicht. Wir suchen einen Parkplatz in Klosternähe, aber heute ist alles wegen einer Veranstaltung gesperrt. Wir fahren daher am Ort vorbei bis hinauf auf 1.000 m Höhe. Von hier bietet sich ein prächtiger Blick auf die gewaltige Klosteranlage.

Von Guadalupe aus geht es zunächst wieder ein Stück zurück und dann rechts weg über die EX208 in die Stadt der Conquistadores, „Trujillo“. Der Name Trujillo ist weit verbreitet. Es gibt Orte mit diesem Namen in Peru, Honduras, Venezuela usw. Der Grund dafür ist einfach: hier im Herzen der Extremadura lag der Ausgangspunkt für zahlreiche Eroberungszüge der Spanier nach Amerika.

Trujillo liegt auf einem Hügel, gekrönt von einer weithin sichtbaren arabischen Festungsanlage. Darunter liegt das mittelalterliche Stadtviertel und an der Plaza Mayor befinden sich die Renaissancepaläste der Conquistadoren.

Am Rand der Altstadt befindet sich die Stierkampfarena. Heute ist der letzte Tag eines mehrtägigen Stadtfestes. Vorgestern gab es in der Arena noch den „unvermeidlichen“ Stierkampf. Neben der Arena liegt der städtische Stellplatz. Es gibt eine Möglichkeit zur Grauwasserentsorgung. Sonst nichts. N-39-27-26. W-5-52-22.

Nach einem kurzen Spaziergang erreicht man die Plaza Mayor, einen der schönsten Plätze der Extremadura mit dem Reiterstandbild des Eroberers Francisco Pizarro und umrahmt von prächtigen Palästen. Pizarro entstammt einem „regelrechten“ Eroberer-Clan. Einer seiner Brüder, der als einziger nach Spanien zurückkehrt, ließ an der Plaza Mayor einen solchen Palast errichten.

Leider ist heute der ganze Platz wegen des Stadtfestes mit Vergnügungszelten „zugepflastert“ und der Blick auf des prächtige Ensemble ist verstellt. Aber zumindest die Pizarro Statue und eine Kirche ragen aus der Zeltlandschaft heraus.

Aufgang zum Kastell ….

…. mit Blick auf die weite Landschaft der Extremadura

…. und auf die Altstadt. Rechts im Bild der Pizarro-Palast

Am nächsten Morgen geht es bei warmem, sonnigem Wetter weiter „ins Mittelalter“, nach Cáceres. Die Stadt hat einen offiziellen Stellplatz, etwa 1 km vom historischen Zentrum entfernt. N-39-28-49. W-6-21-59. Kostenfrei. Ver-und Entsorgung.

Vom Stellplatz aus erreicht man in einer Viertelstunde die riesige Plaza Mayor

Über eine breite Treppe betritt man die Altstadt

Abendstimmung auf der Plaza Mayor

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum letzten Ziel dieser Etappe, nach Salamanca. Dabei besuchen wir ein Storchenschutzgebiet, das kuriose Museum Vostell und Millionen Kirschbäume im Tal der Jerte.

Unweit von Cáceres liegt mitten in einem prächtigen Naturschutzgebiet der Ort Malpartida de Cáceres. Seltsame Steinformationen, zahlreiche Gewässer und ein weitläufiges Storchenschutzgebiet kennzeichnen die Landschaft.

Hier in dieser ruhigen Naturlandschaft hat sich 1974 der deutsche Fluxus-Künstler Wolf Vostell in einer historischen Wollwäscherei sein Domizil und Museum eingerichtet. Sein Markenzeichen sind „einbetonierte Cadillacs und sonstige Alltagsgegenstände“. Eine ziemlich schräge Angelegenheit, deren Bedeutung sich dem Besucher nur schwer erschließt. Aber amüsant ist es auch für den Laien.

„Betonierte Radiogeräte“ – im Hintergrund an der Wand aufgehängt die Original-Motorräder von Francos letzter Leibgarde

Die „Installation“ vor dem Museum wird permanent von der Storchenpopulation „entweiht“ 😄

40 km nichts als Kirschbäume. Das Tal der Jerte muß zur Kirschblüte ein Erlebnis sein. Ein paar Exemplare blühen auch jetzt noch.

Die Straße wird enger und windet sich in Serpentinen immer höher hinauf – mit Blick tief hinunter in das Jerte Tal.

Schließlich erreicht man auf knapp 1300 m die Passhöhe Tornavacas, frei übersetzt „Rinder-Umkehr“ 😄

Hier verlassen wir die Region Extremadura über eine endlose 1000 m hoch gelegene Hochebene. Rechts von uns liegen die Berge der Sierra de Gredos, wo sogar Schi gefahren wird. Wir sind in der Provinz Kastilien-Leon.

Die Straße führt durch ausgedehnte Weidegebiete. Hier werden auch die schwarzen Kampfstiere für die „Gemetzel“ in den Stierkampfarenen gezüchtet.

Die Straße senkt sich bis auf 800 Höhenmeter hinab und wir erreichen die Provinzhauptstadt Salamanca, die wir zunächst weitläufig umfahren. Im Ort Cabrerizos am Rio Tormes liegt der Campingplatz Don Quijote. N-40-58-30. W-5-36-12. 17 € mit Strom. Neue Sanitäranlagen. Gratis-WLAN. Brot ohne Vorbestellung. Freundlicher Empfang mit Erklärung des Radwegs und Übergabe eines Stadtplans von Salamanca.

Der Platz besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist parzelliert mit Hecken zwischen den Plätzen und tiefem Baumschatten. Weiter hinten liegt eine riesige freie schattenlose Wiese, auf der man jetzt im Frühjahr prächtig stehen kann.

Direkt vor dem Campingplatz beginnt der schon erwähnte 10 km lange Radweg nach Salamanca. Die Weltkulturerbe-Stadt gehört zu den schönsten Städten in Westspanien. Noch ist sie nicht von Touristen überlaufen und macht einen freundlichen, lebhaften Eindruck – nicht zuletzt wegen der zahlreichen Studenten an einer der ältesten Universitäten Europas.

Unmittelbar vor dem Eingang zur Altstadt parken wir die Räder und spazieren in die Altstadt hinauf. Gleich der erste Eindruck ist überwältigend: Die Kathedrale gehört zu den imposantesten in ganz Spanien.

Es gibt viele „Schönste Plätze Spaniens“ in Spanien. 😄. Die riesige Plaza Mayor gilt zurecht als einer davon. Leider findet gerade eine große Buchmesse statt und der ganze Platz ist voller Verkaufsstände, sodass er nicht in seiner Gesamtheit sichtbar ist. Aber auch so ist er imposant genug.

Wir verbringen 2 Tage in der Stadt. Hier noch ein paar Eindrücke.

Mit einigen Bildern aus dem prächtigen Jugendstil-Museum „Casa Liz“ verabschieden wir uns von Salamanca.

Unsere nächste Etappe führt uns über Avila, Segovia und El Escorial nach Madrid. Dann geht es weiter über Toledo und Aranjuez hinaus ins Ebro Delta.

Wir hoffen, Ihr seid wieder dabei.

Liebe Grüße

Helga und Willi

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Cordoba und Sevilla

19. – 26. April 2018

Liebe Freunde,

wie schon berichtet, haben wir den Besuch von Sevilla wegen der Feria de Abril, die die Stadt in „chaotischen Ausnahmezustand“ versetzt, verschoben und sind bis Cordoba weiter gefahren. Anschließend haben wir in La Carlota den dortigen Campingplatz genutzt, um das Ende der Feria de Abril abzuwarten und dann Sevilla zu besuchen.

Hier die Route des heutigen Berichts

In Cordoba stehen wir auf dem großen offiziellen Stellplatz Centro Historico in fußläufiger Distanz zur Altstadt. N-37-52-28. W-4-47-11.

Gleich nach der Ankunft nutzen wir den Nachmittag zu einem ersten Stadtbesuch. Am Alcazar der katholischen Könige vorbei erreicht man schnell die Mezquita Catedral, die alte Moschee mit der später mitten in sie hineingebauten christlichen Kathedrale.

Hier starten die Open Air Busse zur Stadtrundfahrt. Das Ticket um 17 € gilt für 2 Tage. Es gibt eine Tour mit Kleinbussen mitten durch die Altstadt und eine weitere mit großen Bussen etwas außerhalb. Die Fahrt wird nicht nur wegen der Sehenswürdigkeiten zum Erlebnis. Die Straßen der Innenstadt sind gesäumt von Orangenbäumen, die gerade blühen und deren Duft die ganze Stadt erfüllt.

Nach der ersten Runde im Kleinbus folgt ein Besuch in der Mezquita Catedral. Neben dem riesigen „Orangenhof“ liegt der Eingang in „eine andere Welt“. Fast 1000 Säulen mit rot-weissen Bögen bilden die alte Moschee.

Nach der Rückeroberung Cordobas durch die Christen wurde auf Betreiben des Bischofs und gegen den Willen der Bevölkerung mitten hinein in das Wunderwerk eine christliche Kathedrale gebaut, der wie ein Fremdkörper wirkt. Immerhin wurden dafür „nur“ rund 100 Säulen zerstört und nicht der ganze Bau.

Nach der zweiten Runde mit dem großen Bus wollen wir noch einen „Manzanilla“, den trockenen Sherry aus Sanlucar, trinken – und bekommen nach der Bestellung „Dos Manzanillas, por favor“ folgendes:Die Erklärung: „Manzanilla“ heißt auch Kamillentee 😄

Am nächsten Morgen gibt es wieder wolkenlosen Himmel – gerade recht für einen 15 km Fußmarsch kreuz und quer durch Cordoba. Die Stadt ist wirklich eine Perle und man kann sich kaum sattsehen an all den Sehenswürdigkeiten, den kleinen Gassen mit ihren wunderbaren Innenhöfen (Patios) und der wunderbaren Lage am Guadalquivir.

Gleich nach dem Wohnmobil-Stellplatz, auf dem Weg in die Stadt, durchquert man ein Viertel mit zahlreichen preisgekrönten Patios. Die meisten Höfe der Stadt sind nur einmal im Jahr im Rahmen eines Wettbewerbs für Besucher offen. Hier gibt es aber 3 davon, die öffentlich zugänglich sind. Voller Stolz präsentieren die Besitzer „ihre Schatzkästlein“.

Kurz danach erreichen wir die Burg der katholischen Könige mit ihrer prächtigen GartenanlageÜber die römische Brücke fuhren bis vor nicht allzu langer Zeit noch die Autos. 2000 Jahre lang war sie die einzige Brücke in die Altstadt. Jetzt ist sie nur noch für Fußgänger offen und Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische. Von der gegenüberliegende Seite des Guadalquivir hat man einen schönen Blick auf die Mezquita Catedral.Mittagessen im PatioSieht schon etwas seltsam 😄 aus, die lokale Spezialität „Flamenquin“. Es ist aber nur eine Rolle aus Fleisch und Schinken, paniert und gebacken. Sehr zu empfehlen.

Ganz schön eng geht es im alten jüdischen Viertel zu.

Besuch im Stierkampf-Museum

Statue zu Ehren der Blumengießerin. Mit solchen Gießkännchen auf langen Stangen wird tatsächlich in den blumengeschmückten Patios gegossen

Detail aus einem kleinen Innenhof

Es gäbe noch vieles aus dieser schönen Stadt zu berichten. Damit das ganze nicht zu lang wird, nehmen wir jetzt Abschied von Cordoba – mit einem nächtlichen Blick von der Puente Romano auf die Mezquita CatedralEs ist Samstag und die Feria de Abril in Sevilla geht erst morgen zu Ende. Wir wollen daher bis Montag warten und nutzen die Zeit, um noch „ein paar Besuche“ zu machen.

Unweit von Cordoba liegt „Medinat Azahara“, der einstige Luxus-Palast von Abdel Rahman III. Die gewaltige Anlage hat nur 100 Jahre existiert. Sie wurde von rivalisierenden Berberstämmen vollkommen zerstört. Aber selbst das, was bisher ausgegraben und restauriert wurde, ist beeindruckend.

Auf dem Weg nach Cordoba waren wir schon kurz bei der „Mutter aller spanischen Burgen“, dem Kastell von Almodovar. Es liegt auch jetzt an unserem Weg und so nehmen wir uns die Zeit für eine Besichtigung.Die Burg ist seit Jahrhunderten im Besitz der gleichen Familie. In den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts wurde die damalige Ruine vom Besitzer unter Einsatz seines gesamten Vermögens fachgerecht restauriert und ist in einem ausgezeichnete Zustand. So gut – dass hier Teile der Serie „Games of Thrones“ gedreht wurden.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz treffen wir auf diese Treppennatter. Sie ist ungiftig, aber angeblich ziemlich angriffslustig.

Nach dem Burgbesuch fahren wir nach La Carlota auf den dortigen Campingplatz. N-37-40-58. W-4-55-9. 21 € mit Acsi Card. Es ist ein netter Campingplatz für die Durchreise. Der Platz ist voll von einer Gruppe Niederländer, die sich hier getroffen hat, um zu einer gemeinsamen geführten Marokko-Tour aufzubrechen.

Im Sanitärgebäude haben Schwalben dieses Kunstwerk gebaut

Auf dem Weg nach Sevilla fahren wir wieder am schon letztens beschriebenen Solarkraftwerk Gemasol vorbei. Dieses Mal können wir ein wenig näher heranfahren und fotografieren. Ergänzend dazu zwei Fotos aus dem Internet.In Sevilla angekommen, finden wir den stadtnahen Stellplatz ohne Probleme. Er liegt am Fluß in Hafennähe auf einem riesigen Gelände, auf dem großen Mengen an neuen und gebrauchten Autos angeliefert und auf Schiffe verladen werden. Trotz der nicht sehr schönen Lage ist der Platz gut für Stadtbesuche geeignet – entweder mit dem Fahrrad oder mit dem Bus Nr. 41, den man nach 15 Minuten zu Fuß erreicht. Die Haltestelle liegt in der Nähe eines Aldi Marktes. Der Bus fährt in Abständen von ca. 20 Minuten bis vor das historische Zentrum. Ausstieg bei der Haltestelle Puerta de Jerez direkt beim Torre del Oro oder eine Station früher.

Der Stellplatz liegt auf N-37-21-46. W-5-59-40. 12 €. Einfache Dusche und WC vorhanden. Strom 3 €. Man wird freundlich empfangen und bekommt alle Informationen, wie man in die Stadt kommt. Bei der Zufahrt beachten, dass man an einem großen leeren Parkplatz auf einer schmalen Straße vorbeifahren muß. Dann erreicht man das Tor zum Stellplatz. Wir dachten zuerst, der riesige leere Parkplatz wäre der Stellplatz.Es ist früher Nachmittag. Bei 30 Grad im Schatten fahren wir gleich einmal in die Stadt für einen ersten Rundgang. Der Bus fährt direkt am Festgelände der „Feria de Abril“ vorbei. So sieht es „Am Tag danach“ hier aus 😄

Wie immer wenn möglich, machen wir am Anfang eines Stadtbesuchs eine Rundfahrt mit dem Open Air Bus. Im Hintergrund die Stierkampfarena.

Zum Abendessen landen wir in einem urigen Restaurant, das mit den Trophäen von „erlegten“ Kampfstieren dekoriert ist – jede mit dem Namensschild des Stieres und des Toreros unter Angabe des Sterbedatums 😄

Am nächsten Tag ist es sonnig und wieder 30 Grad heiß. Mit dem Bus fahren wir bis in die Nähe der bekannten Plaza Espagna, das ist eine Haltestelle vor dem Torre del Oro. An dem halbrunden Gebäude sind Motive aller spanischen Provinzen dargestellt.Eine Flamenco Gruppe zeigt ihr Können ……

…. und überall wird „Touristisches“ angeboten„Dos Palomas blancas“ im angrenzenden Park

Am Guadalquivir entlang spazieren wir durch das Stadtviertel Triana mit Blick auf den einzigen Wolkenkratzer Sevillas, der in der Bevölkerung wegen seiner Dominanz sehr umstritten ist. Daneben ein Behörden-Gebäude im der Form der römischen Engelsburg.Auf dem Rückweg durchqueren wir das Viertel „Macarena“. Von hier stammt die berühmteste Madonnenfigur Spaniens, die den Namen des Stadtteils trägt und bei den großen Prozessionen angeblich für exstatisches Entzücken sorgt.

Macarena liegt etwas abseits der großen Touristenpfade. In den kleinen Gassen gibt es auch schon einmal eine spontane Flamenco-Session

Letzte Station für heute sind die „Parasoles“, eine gewaltige moderne Holzkonstruktion mitten in der Stadt. Angeblich ist sie bei den Bewohnern ebenso umstritten wie der Wolkenkratzer.Am darauf folgenden Tag ist es wieder sonnig und heiß. Wir steigen wie gestern in der Nähe der Plaza Espagna aus dem Bus. Durch die ehemalige riesige Tabakfabrik – bekannt geworden durch die Oper Carmen und heute Universitätsgebäude – gehen wir weiter zum Alcazar (Burg) Die Warteschlage davor ist geschätzte 200 m lang. Also weiter zur Kathedrale. Dort das gleiche Bild. Aber ein Sevilla Besuch ohne die Kathedrale geht einfach nicht. Ist sie doch nach dem Petersdom in Rom und St. Paul in London die drittgrößte Kirche der Welt. Also stellen wir uns geduldig an und nach 45 Minuten haben wir die Eintrittskarten.

Das Kircheninnere ist gewaltig – und rappelvoll mit Touristen. Besonders groß ist das Gedränge am Grabmal von KolumbusAm Hauptaltar wurde 100 Jahre lang gearbeitet. Man beachte den Größenvergleich mit dem Herrn, der gerade mit der Erneuerung der Altar-Kerzen beschäftigt ist.Schließlich besteigen wir, in einer Schlange mit hunderten anderen Besuchern, den Glockenturm „Giralda“. Bequem geht es über schräge Rampen hinauf. Eine ebenso endlose Menschenschlange kommt uns entgegen. Von oben hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt – wenn man einen Platz an einem der Aussichtspunkte ergattert hat.Genug von den Touristenmassen? Wer dem Trubel der Stadt entfliehen will, kann sich ja bei den örtlichen Immobilienhändlern nach einem Objekt am Land umsehen. Wir hätten da einen kleinen Tipp für die passende Brieftasche 😄

Mit diesem Hinweis möchten wir uns von Sevilla verabschieden. Unser Resumee: Die Stadt ist schön und beeindruckend, aber auch laut und unglaublich voll. Unsere Favoriten sind und bleiben Granada und Cordoba.

Unsere nächsten Ziele liegen weitab vom Massentourismus in der Region Extremadura, dem „Land der Conquistadoren“ und der halbwilden „Schwarzen Schweine“, die den teuersten Schinken Spaniens liefern. Wir sind gespannt.

Bis bald und liebe Grüße

Helga und Willi.

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In das „Dreieck des Sherry“ und über Sevilla bis Cordoba

9.4. – 19.4.2018

Liebe Freunde,

vorab eine Information: Unser Besuch in Sevilla hat auf dieser Tour nur 1 Stunde gedauert. Während dieser Zeit haben wir versucht, den innerstädtischen Wohnmobil Stellplatz anzufahren, was uns nicht gelungen ist. Die Stadt war eine Woche lang im Ausnahmezustand der „Feria de Avril, einem riesigen Volksfest-Spektakel. Die komplette Verkehrsführung der Innenstadt wurde geändert. Ganze mehrspurige Straßenzüge wurden zu Einbahnen umfunktioniert. Ein Abbiegen an vielen Kreuzung war unmöglich.

Also haben wir beschlossen, unseren „richtigen“ Sevilla Besuch bis nach dem Fest zu verschieben und im nächsten Blog darüber zu berichten.

Hier die Route zum heutigen Bericht. Gelb markiert sind unsere Übernachtungsorte.

Von Tarifa aus fahren wir an der Küste entlang in den Norden. Unzählige Windräder nutzen die starken Luftströmungen an der Straße von Gibraltar

Die Orte Zahora de los Atunes und Barbate sind Zentren für den Fang des roten Thunfisches, der hier vorbei zum Laichen ins Mittelmeer schwimmt.

In Barbate gibt es einen schönen Küstenwanderweg durch den Naturpark Breña y Marisma, in der Nähe dessen westlichen Endes das Kap Trafalgar liegt. Höchster Punkt des Weges ist der Torre del Tajo an einer fast hundert Meter hohen Klippe.

An der Küste entlang geht es weiter bis Conil de la Frontera, vorbei am hoch gelegenen „Weißen Dorf“ Vejer de la Frontera.

Für die nächsten Tage ist Regenwetter vorhergesagt. Wir suchen daher einen Campingplatz, um schöneres Wetter abzuwarten. Die meisten Plätze in der Gegend liegen in schattigen Pinienwäldern. Im Sommer ideal, möchten wir um diese Zeit und bei Regen nicht im finsteren Wald stehen. Zum Glück gibt es außerhalb von Conil den CP La Rosaleda, der terrassenförmig angelegt ist und nicht allzuviel Schatten aufweist. N-36.2931. W-6.0957. 17 € mit ACSI Card. Supermarkt. Schnelles Gratis WLAN.

Wie vorhergesagt, beginnt es am nächsten Tag heftig zu regnen. Dazu kommt ein Sturmtief aus Portugal, das dort schon größere Schäden angerichtet hat. Tags darauf kommt ein kleines, windiges Zwischenhoch. Gelegenheit für eine Wanderung zum weiten Strand von Conil

„Dos Cervezas“ und „Dos mas“ – drei wichtige spanische Vokabeln zur Durstlöschung 😄🍺🍺🍺🍺

Leider kehrt der Regen zurück und so bleiben wir insgesamt 4 Tage auf dem Campingplatz. Am nächsten Morgen ist es endlich wieder wolkenlos und wir fahren weiter – leiblichen Genüssen entgegen.

Vor uns liegt das bekannte „Sherry Dreieck“. Zwischen den Städten El Puerto de Santa Maria, Jerez de la Frontera und San Lucar de Barrameda befindet sich das Zentrum der Sherry Herstellung.

Erstes Ziel ist El Puerto, das einen öffentlichen Stellplatz für Wohnmobile, allerdings ohne jeden Service, zur Verfügung stellt. Er liegt direkt an der Mündung des Rio Guadalete nahe einer Fußgängerbrücke zur Altstadt. 6,- € für 24 Stunden. N-36-35-55 W-6-13-15.

Nur etwa 1 km entfernt liegt der Anleger für die Fähren nach Cadiz. Auf dem Weg dorthin sehen wir ein „sonnengeschütztes Kutschpferd“😄

In knapp einer halben Stunde ist man mit dem Katamaran in Cadiz.

Cadiz ist wirklich sehenswert.Sie gilt als eine der ältesten Städte überhaupt. Antike Chronisten erwähnen ihre Gründung um das Jahr 1.000 v. Chr. Wir wandern vom Hafen durch die Gassen der Altstadt bis zur gegenüber liegenden Meerseite mit schönem Blick auf die Kathedrale

An der Strandpromenade entlang ….

….. geht es durch hübsche Altstadtgassen wieder zurück zur Fähre

Wir verlassen El Puerto, die Heimatstadt der bekannten Sherry-Marke Osborne und besuchen Jerez de La Frontera, die Heimat der Marken Byass (Tio Pepe), Sandeman u.a.

Die dritte Sherry Stadt, Sanlucar de Barrameda an der Mündung des Guadalquivir, hat eine Reihe von guten Bodegas, die aber eher kleiner und familiär geführt sind. Deshalb wollen wir hier einen der Sherry Erzeuger besuchen.

In La Jara, ca. 4 km außerhalb, gibt es in Strandnähe einen privaten Stellplatz mit einer großen Anzahl an geräumigen Wiesenplätzen, Strom, Ver- und Entsorgung, Toiletten und Dusche. Der Besitzer empfängt uns überaus freundlich und auf Deutsch. Er lernt nämlich seit einigen Jahren unsere Sprache und nutzt jede Gelegenheit zum Üben. Unweit des Platzes ist eine Bushaltestelle zur Fahrt in die Stadt. N-36-45-42. W-6-23-44. 10,- € inkl. Strom und gutem WLAN.

Wir nehmen die Räder und fahren nach Sanlucar hinein. Der Guadalquivir ist im Mündungsbereich 1 km breit und unterliegt den Gezeiten des Meeres. Sein Wasser ist so braun wie der riesige Sandstrand.

Am Fluß führt eine kilometerlange Strandpromenade mit breitem Fahrradweg entlang. An seinem Ende beginnt das alte Fischerviertel mit zahlreichen guten Restaurants.

Für nächsten Vormittag haben wir im Internet eine englischsprachige Führung durch eine der ältesten Bodegas der Stadt, „La Gitana“, gebucht. Das wäre nicht notwendig gewesen, denn wir sind die einzigen Gäste. Umso interessanter gestaltet sich der über eine Stunde dauernde Rundgang, die Einweihung in die Geheimnisse der Sherry Erzeugung und die anschließende Verkostung der unterschiedlichen Varianten

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Sevilla. Wir bekommen vom Betreiber des Stellplatzes noch einen Stellplatz-Tipp für die Innenstadt und verlassen dann das nette Städtchen Sanlucar in Richtung Hauptstadt. Ich habe gestern noch gelesen, dass in Sevilla die „Feria de Abril“, ein riesiges Volksfest, gefeiert wird – aber so schlimm wird es verkehrstechnisch ja wohl nicht werden.

Wenn ich mich da nur nicht getäuscht hätte. Schon auf der Stadteinfahrt sind zahlreiche Pferdekutschen unterwegs – je näher zur Innenstadt, umso mehr. Der empfohlene Stellplatz liegt noch dazu in der Nähe des Festgeländes. Wir sind nur mehr 2 km davon entfernt, aber dann geht nichts mehr. Die Straßen sind weiträumig zu Einbahnen umfunktioniert worden und das Abbiegen ist dort, wo man hin will, so gut wie nie möglich. Also kurven wir 1 Stunde lang herum und werfen schließlich das Handtuch.

Die Stadtausfahrt ist schnell gefunden. Östlich von Sevilla gibt es ein paar interessante kleine Städte zu besuchen und natürlich Cordoba, eines der Highlights jedes Spanienbesuchs.

Vorbei am Flughafen fahren wir auf der Schnellstraße bis zum uralten, hoch über der Ebene auf einem Hügel liegenden Städtchen Carmona. An einem der antiken Stadttore, der Puerta de Cordoba, gibt es einen großen Parkplatz mit schönem Blick über das weite Land. Der Platz ist gut zum Übernachten geeignet. N-37-28-33. W-5-37-57. Kein Camperservice.

Helgas Bordküche liefert heute ein feines Spargelrisotto.

Wir wollen gerade zur Stadtbesichtigung aufbrechen, als wir auf einmal von einer Ziegenherde umgeben sind.

Carmona ist ein reizendes Städtchen mit einer reichen Vergangenheit. Kirchen und alte Paläste prägen das Bild der lang gestreckten Altstadt. Auf dem höchsten Punkt liegt ein Kastell, das heute zu einem staatlichen Hotel, einem Parador, umgebaut wurde

Auf dem letzten Foto sieht man in ca. 30 km Entfernung ein grelles Licht leuchten, das am Abend erlischt. Am nächsten Morgen leuchtet es wieder Wir können es uns nicht erklären, denn eine Sonnenspiegelung kann es nicht sein. Später werden wir nahe daran vorbeifahren.

Carmona ist alter Siedlungsboden. Vor der Stadt liegt eine große römische Nekropole, die man auf einem interessanten Rundgang besichtigen kann.

Nach dem Rundgang und einigen Sherry’s des Typs „Manzanilla“ (trockene Spezialität von Sanlucar) gehen wir durch die Puerta de Cordoba zurück zum Wohnmobil ………

….. und genießen den Blick über die weite Ebene in der Abendsonne

Nach einer ruhigen Nacht in Carmona fahren wir am nächsten Morgen nach Ecija, die Stadt der Türme. Sie liegt in der Nähe des Rio Genil und ist von Baumwollfeldern umgeben. Auch Ecija ist eine Gründung der Römer und weist heute eine große Anzahl prächtiger alter Paläste und viele buntbemalte Kirchtürme auf. Ecija trägt den Beinamen „Bratpfanne Andalusiens“. Sie gilt als heißeste Stadt der Gegend. Im Sommer sind Temperaturen um die 45 Grad keine Seltenheit

Auf dem Weg nach Ecija kommen wir dem „seltsamen Licht“, das wir von Carmona aus gesehen haben, immer näher. Im Internet finden wir die Erklärung. Es handelt sich um ein Solarkraftwerk mit dem Namen „Gemasolar“. Das solare Turmkraftwerk ist 2011 in Betrieb gegangen. Es arbeitet mit geschmolzenem Salz als Medium und besteht aus 2650 Spiegeln (Heliostate), die auf 185 Hektar rund um den 140 m hohen Turm angeordnet sind. Sie sind beweglich und folgen dem Sonnenstand. Die Spiegel bündeln das Sonnenlicht an der Spitze des Turmes und erhitzen das Salz auf 500 Grad. Das geschmolzene Salz wird dann zu einem Wärmetauscher geleitet, der Wasserdampf erzeugt und eine Turbine antreibt. Die Jahresleistung beträgt 110 Gigawattstunden.

Das Kraftwerk ist ein Spanisch-Arabisches Joint Venture. Hier zwei Bilder von der Internetseite des Betreibers (Fotos: Torresol)

Interessenten finden Näheres unter https://www.golem.de/1110/86865.html

Bevor wir weiterfahren, essen wir auf dem Markt von Ecija „eine Kleinigkeit“. Es handelt sich allen Ernstes jeweils nur um „eine Portion

Der Wirt ist sehr freundlich und hat sogar eine deutsche Übersetzung seiner Speisekarte mit einigen kuriosen Wortschöpfungen 😄

Am 11., 12. und 13. Mai ist Stierkampf angesagt

Welcher Torero welchen Stier „bekommt“, wird ausgelost

Wir machen uns wieder auf den Weg und steuern unseren heutigen Übernachtungsplatz an. Das Städtchen Palma del Rio stellt einen großen Parkplatz für PKW und Wohnmobile kostenlos zur Verfügung. Es gibt Ver- und Entsorgung. Nachts ist es recht ruhig. N-37-41-33. W-5-17-05. Nach einem abendlichen Stadtbummel zeigt Helgas Schrittzähler 17.000 Schritte an. Das ist genug für heute.

Der Wetterbericht für die nächsten Tage könnte nicht besser sein: wolkenlos, sehr warm. Gute Voraussetzungen für einen Besuch in Cordoba.

Wir fahren an der „schönsten Burg Spaniens“ in Almodovar del Rio vorbei und beschließen, sie auf dem Rückweg nach Sevilla zu besuchen.

Auf der breiten Westeinfahrt von Cordoba erreichen wir schnell den großen Wohnmobil-Stellplatz unweit der Altstadt. 11.95 € pro 24 Stunden. Ticketautomat. Wasser 2,- €. Entsorgung. N-37-52-28. W-4-47-11

Besser kann man für einen Besuch von Cordoba nicht stehen. Das Altstadtzentrum beginnt unweit des Stellplatzes. Die Mezquita Catedral ist keine 2 km entfernt und schon der Spaziergang dort hin ist ein Erlebnis. Aber mehr dazu nächstes Mal. Und natürlich auch ein Bericht zu Sevilla.

Soviel für heute. Danke für Euren Besuch und liebe Grüße

Helga und Willi.

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Nach Ronda und durch die Berge bis Gibraltar und Tarifa

2.4. – 8.4.2018

Liebe Freunde,

dieses Mal geht es ein wenig auf und ab auf der Landkarte. Die gelben Markierungen zeigen die im Text beschriebenen Übernachtungsplätze

Von Granada aus fahren wir zunächst auf der Autobahn bis an die Küste bei Salobrena. Die hübsche Stadt liegt wie viele Städte in Südspanien weiß leuchtend auf einem Hügel.

Von hier aus nehmen wir die Strasse am Meer entlang. Die Küste ist in diesem Bereich – ganz unüblich für Spanien – wenig bebaut. Ab Nerja beginnt die totale Verbauung wieder, allerdings nicht wie so oft mit Hotelburgen, sondern eher mit Villen und kleineren Appartmenthäusern. Bis in die Gegend von Velez-Malaga fährt man durch die endlos scheinenden Touristensiedlungen. Wir meinen, dass man sich diese Strecke ersparen und gleich die Autobahn nehmen kann, es sei denn, man möchte hier irgendwo bleiben.

In der Nähe von Velez-Malaga übernachten wir auf dem Campingplatz Almayate-Costa bei N-36-43-28. W-4-8-4. ACSI Card Rabatt. Gegen 2 € Aufpreis stehen wir direkt am Strand – vor einem Zaun, den man mit Hilfe eines Codes „überwinden“ kann. Im Sommer für einen Badeurlaub sicher geeignet, ist es jetzt hier ziemlich leer. Für eine Nacht ist der Platz aber gut geeignet.

Am nächsten Morgen umfahren wir Malaga und biegen auf die kleine MA 424 nach Almogia ab. Die Hotelburgen von Torremolinos und Fuengirola und die Metropole der großen und kleinen Millionäre „Marbella“ wollen wir uns ersparen und statt dessen die bergige Landschaft nördlich von Malaga erkunden.

Das Bild ändert sich nun völlig. Je höher wir kommen, umso grüner wird es, weitläufige Getreidefelder breiten sich aus und die Gerstenhalme wiegen sich schon im Wind.

Zentrum der Agrarwirtschaft ist die nette Stadt Antequera. Bevor wir sie erreichen, führt die Bergstraße auf 1000 m hinauf zum Naturpark Torcal mit Wanderwegen durch eine seltsam geformte Felslandschaft.

Beim Eingang zum Naturpark gibt es einen großen Parkplatz, der zum Übernachten geeignet ist. Wir fahren aber weiter bis 5 km vor Antequera auf den Campingplatz El Torcal unterhalb einer Felwand. N-36-59-9. W-4-31-55. 22,- €. Es ist alles sehr einfach und für Dauercamper eingerichtet. Ein riesiger derzeit leerer Pool und ein großes ebenfalls nicht offenes Restaurant deuten auf regen Sommerbetrieb hin. Jetzt sind wir mit einem weiteren Wohnmobil die einzigen „mobilen Gäste“ und genießen die wunderbar ruhige Stellplatzwiese im Olivengarten.

Die Fahrt führt uns nun weiter durch eine schöne Landschaft mit Getreidefeldern, riesigen Olivenplantagen und Zitruskulturen bis Alora. Ab Alora geht es auf der manchmal ganz schön engen Straße zum nördlich gelegenen Gebiet der großen Stauseen.

Kurz davor beginnt der Naturpark „Garganta del Chorro“. Das Wandergebiet weist ein absolutes Highlight auf, den „Desfiladero de los Gaitanes“. In die Felsen dieser Schlucht wurde in den 1920er Jahren der Caminito del Rey, der „Königspfad“gehauen. Im Lauf der Jahre ist er immer mehr verfallen und mußte im Jahr 2000 wegen mehrerer Todesfälle gesperrt werden. Nun ist er wieder geöffnet und kann im Rahmen einer gebührenpflichtigen vierstündigen geführten Wanderung begangen werden. Wie wir gehört haben, ist zeitgerechte Voranmeldung notwendig. Der Andrang ist enorm. Uns genügt der Blick in die Schlucht und auf den schwindelerregenden Steig.

Wir übernachten am Stausee „Embalse del Guadalteba“ auf dem Campingplatz „Parque Ardeles“, der schön in einem Kiefernwald mit Blick auf die steilen Felswände ringsum liegt. N-36-55-12. W-4-48-14. Saubere neue Sanitäranlage. Wenig Plätze für Wohnmobile. Viele Zeltplätze und Plätze für Campingbusse. Restaurant. Brotservice.

Bei sonnigem und warmem Wetter fahren wir am nächsten Tag zunächst nach Ardales und weiter am Stausee entlang

Dann das schon gewohnte Bild. Getreidefelder und Olivenhaine soweit das Auge reicht.Später wird die Straße, die mit Warnschildern als „Bergstraße“ gekennzeichnet ist, kurvig, ist aber gut ausgebaut. Sie führt bis 1000 m hinauf und dann hinunter in die auf 700 m liegende Stadt Ronda. Südlich sieht man die Berge der „Sierrania de Ronda“.

Wir umfahren Ronda und erreichen den sehr gut ausgestatteten Campingplatz El Sur. N-36-43-16. W-5-10-19. Er wirkt trotz seiner Luxusausstattung richtig gemütlich. 22,- €. Vom Platz aus kommt man zu Fuß oder mit dem Fahrrad bis ins 3 km entfernte Zentrum von Ronda, begleitet von „blühenden Olivenwiesen“. Die Rezeption ruft aber gerne auch ein Taxi.

Noch vor dem Stadttor liegt eine weiträumige Plaza mit einigen Restaurants. Wir nutzen die Gelegenheit und werden mit einem originell servierten Spieß bewirtet.

Ronda selbst ist eine der vielen „Weissen Städte“ Südspaniens. Hübsche Gassen mit kunstvollen Fenstergittern prägen das Stadtbild. Touristische Highlights sind die älteste Stierkampfarena Spaniens, die Stadtmauer und natürlich die berühmte Punte Nuevo, die die 150 m hohe Schlucht zwischen den zwei Stadtteilen überspannt.

Die Stierkampfarena ist bis heute in Verwendung.

Für ein Foto aus diesem Blickwinkel muß man ein gutes Stück in die Schlucht hinabsteigen

Schmucke Gassen prägen das Stadtbild

Die Weiterfahrt nach Süden führt durch fruchtbares Ackerland und wieder hinauf in die Berge auf 1000 m Höhe. Links von uns liegt die Sierra Bermeja, rechts die Sierra de Grazalema, ein bekanntes Wandergebiet. Der Blick reicht weit über die Gebirgslandschaft hinaus und manchmal tief hinunter ins Tal. Die Fahrt ist zwar „kurbelig“, aber sehr zu empfehlen, führt sie doch vorbei an einer Reihe von „Weissen Dörfern“

Hinter Jimena de la Frontera wird es zusehends flacher und nach Castellar de la Frontera geht es am Fluß entlang hinaus nach San Roque, La Linea de la Concepcion und Gibraltar.

Kurz vor der Grenze, in „La Linea“ gibt es einen offiziellen Wohnmobilstellplatz auf dem Großparkplatz am Yachthafen. 12,- pro 24 Stunden. Ticket am Automaten. Sehr günstige Lage für einen Besuch Gibraltars. V/E. Kein Strom. N-36.1561. W-5.3544. Leider wird die V/E-Einrichtung nicht gereinigt und so verzichten wir auf deren Verwendung.

Wir packen die Fahrräder aus und fahren die paar Kilometer nach Gibraltar hinüber. Die Einreise ist problemlos, obwohl es angeblich wegen der Unstimmigkeiten zwischen Spanien und Großbritannien wegen Gibraltar immer wieder einmal zu Verzögerungen kommen soll.

Nach der Grenze überquert man das Flugfeld des Flughafens, das bei Flugverkehr gesperrt wird. Es starten und landen aber nur wenige Maschinen.

Auf den zum Teil schmalen Straßen der Stadt herrscht dichter Verkehr. Zum Glück wird rechts gefahren, sonst wäre das Chaos noch größer. Wir kämpfen uns mit den Rädern durch bis zur Talstation der Seilbahn, die uns in wenigen Minuten hinauf auf das Felsplateau bringt. Schon von der Gondel aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt

Oben angekommen, geht es zunächst einmal zur Aussichtsplattform mit dem bekannten Postkarten-Motiv

Und hier warten auch schon die berühmten Bewohner des Felsens

Der hier hat genug für heute 😄

Das Füttern der Affen ist bei strengsten Strafen verboten.

Es wird eindringlich darauf hingewiesen, dass es sich um an Menschen gewöhnte unberechenbare Wildttiere handelt. Trotzdem wollen viele ein Foto gemeinsam mit einem „niedlichen Äffchen“ haben. Abgesehen davon, dass sie beißen, sind sie auch bestens geübt im Ausräumen von Taschen und Rucksäcken. Wir sehen selbst, wie einer einer Frau auf den Rucksack springt, nicht mehr losläßt und dann mit ihrem Mobiltelefon in einen Baum springt. Er sitzt damit keine 2 m entfernt im Geäst. Ein Mann, der ihm das Telefon entreissen möchte, wird von einem Securitymann zurückgehalten, der ihm sagt, dass er keine Chance hat, es zu bekommen und riskiert, böse gebissen zu werden. Das Ende der Geschichte erleben wir nicht, denn wir haben beschlossen, die 400 Höhenmeter auf einem schön ausgebauten Weg in die Stadt hinunter zu wandern. Das Ticket für die Talfahrt lassen wir verfallen. Es gibt übrigens Tickets für die Bergfahrt allein und wir empfehlen jedem, der einigermaßen gut zu Fuß ist, diesen Weg hinunter zu gehen. Man hat ständig einen schönen Blick auf die Stadt tief unter sich und weit hinüber nach Algeciras.

Diese beiden genießen wie wir den Fernblick

Es ist Regen vorhergesagt. Wir verbringen daher den Tag ganz in der Nähe auf dem Campingplatz Sureuropa an der Ostseite von La Linea. Der Platz ist sehr gepflegt, hat aber nur wenig Stellplätze für größere Wohnmobile. Wir sind aber ohnedies fast allein hier. N-36-11-29. W-5-20-4. 18,10 €. Keine Grauwasserentsorgung. Sonst alles vorhanden.

Am nächsten Tag ist es wieder sonnig und warm. Wir fahren vorbei an der Hafenstadt Algeciras auf aussichtsreicher Straße bis nach Tarifa. Die kleine, freundliche Stadt ist DAS Zentrum für Windsurfer und Kiter in Europa. Es bläst ständig Wind durch die nur 14 km breite Enge zwischen Europa und Afrika – entweder von West noch Ost oder umgekehrt. Heute meint er es besonders gut. Wir würden das, was des Kiters Herz erfreut, eher Sturm nennen .

Das Thema „Starkwind“ findet sich auch in den Andenkenläden wieder, ……….

………, das Thema „Wellen“ leicht ironisch an dieser Strandbar 😄

Tarifa bietet einen offiziellen Stellplatz auf einem riesigen Platz in der Nähe des Strandes an. Angeblich wurden hier einmal 8 € verlangt. Nun kümmert sich niemand mehr um den Platz und es wird auch nichts kassiert. Es gibt zwar noch die Ver- und Entsorgungsstation, aber die Wasserhähne sind abmontiert. Entsorgen ist aber möglich. N-36-1-4. W-5-36-37.

Am kilometerlangen Sandstrand entlang führt eine schöne Strandpromenade zur sehenswerten, arabisch anmutenden Altstadt von Tarifa. Wir haben zum Glück „Rückensturm“ und so bekommen wir nur ein Sandpeeling für die Wadeln ab. Vor uns liegt die über einen Damm erreichbare Isla de Tarifa. Das Betreten ist allerdings verboten. Angeblich werden hier illegal aufgegriffene Flüchtlinge bis zur Klärung ihres Status‘ interniert

Blick nach Afrika

Östlich von Tarifa gibt es ein schönen Küstenwanderweg mit ständigem Blick nach Marokko und zum 800 m hohen Dschebel Musa. Die alten Griechen nannten den Felsen von Gibraltar auf der einen Seite und den Dschebel Musa auf der anderen die „Säulen des Herkules“. Im Altertum galt diese Stelle als das Ende der Welt.

Wir wandern ein Stück auf dem schönen Weg und freuen uns an der Aussicht und an den prächten Blütenpflanzen.

Saftige Kuhweide am Strand zwischen verblühten Agaven

Zurück in der malerischen Altstadt ……

….. gibt es – in Erinnerung an unsere Marokko-Tour – ein Couscous

Liebe Freunde, das war heute ja ganz schön viel. Daher ein besonderes Danke für Euer Interesse.

Unsere nächsten Ziele sind die „Costa de Luz“, Cadiz, Jerez de la Frontera und dann schön langsam Sevilla.

Bis bald, servus und tschüss

Helga und Willi

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Osterwoche in Granada

29.3. – 1.4.2018

Liebe Freunde.

Ein Besuch in Granada gehört zweifellos zu den Höhepunkten jeder Südspanien-Reise. Zur Semana Santa (Osterwoche) hier zu sein, ist aber ein ganz besonderes Erlebnis. Für gläubige Katholiken sowieso, aber auch für jeden anderen Besucher.

Vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag ziehen täglich vom Nachmittag bis teilweise spät nach Mitternacht zahlreiche Bruderschaften in langen Prozessionen durch die Stadt. Es gibt dafür einen genauen Plan, wer wann wo unterwegs ist.

Nachdem zur gleichen Zeit mehrere Prozessionen stattfinden, die sich ganz langsam vorwärts bewegen, trifft man in der Innenstadt immer wieder auf die von Musikkapellen begleiteten Züge. Die Musik ist feierlich. Die Schläge der Trommler spürt man im ganzen Körper.

Wie lang die einzelnen Züge sind, kann man gar nicht abschätzen. Sie winden sich schlangenförmig durch die Gassen. Dabei sind je nach Bruderschaft in verschiedenen Farben gekleidete Büßer mit ihren Ku-Klux-Klan-ähnlichen Kapuzen und unzählige Mädchen und Frauen, die die traditionellen Mantillas tragen. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein. Oft warten die Menschen stundenlang, bis „ihre“ Gruppe vorbeikommt.

Jede Prozession führt entweder eine Christus- oder eine Marienstatue auf einer großen Trage mit sich. Die ganze Plattform wiegt bis zu 1,5 Tonnen und wird von 36 kräftigen Männern getragen. Immer wieder wird sie für kurze Zeit abgesetzt. Die Männer können während des Marsches so gut wie nichts sehen und werden von Begleitpersonen von außen „kommandiert“. Ein besonderer Moment ist jeweils das gemeinsame Anheben des „Paso“ auf ein Kommando hin, begleitet vom Applaus der Zuschauer. Dann bewegt sich der Zug mit der hin- und her schwankenden Figur wieder ein Stück weiter. Erst viele Stunden später ist die Prozession zu Ende.

Hier ein paar Eindrücke von den Feierlichkeiten

Für Kinder ein besonderes Erlebnis. Ihre Wachskugel wird immer größer, dank des Wachses, das die Büsser auf die Kugel tropfen.

Die Träger arbeiten im „Schichtbetrieb“ und müssen sich immer wieder abwechseln.

Ein Höhepunkt in Granada ist natürlich ein Besuch der Alhambra. Pro Tag werden in den ältesten Teil der Palastanlage, den Nasriden Palast, nur mehr rund 8.000 Besucher eingelassen. Auf dem Ticket ist die genaue Eintrittszeit vermerkt. Es sind daher zur gleichen Zeit immer nur kleinere Gruppen unterwegs, es gibt kein Gedränge und man kann die Pracht des Palastes der muslimischen Herrscher auf sich wirken lassen.

Ein paar Bilder aus dem Nasriden Palast der Alhambra

Gegenüber des Alhambra-Hügels liegen das alte arabische Viertel Albaicin und das Flamenco-Viertel Sacromonte. Von der Alhambra aus hat man einen prächtigen Blick darauf.

Unweit der Alhambra liegt der Sommerpalast der muslimischen Herrscher, der Generalife. Man erreicht ihn durch eine prächtige Parkanlage.

Vom Generalife spazieren wir wieder zurück zur Alhambra und genießen noch einmal den Blick auf auf Granada mit der riesigen Kathedrale

Zum Abschluss unseres Granada Besuches spazieren wir mit einer deutschen Führung (wir sind nur zu viert) 2 1/2 Stunden lang kreuz und quer durch das alte arabische Viertel Albaicin und nach Sacromonte. In Sacromonte, dem alten Zigeunerviertel, gibt es noch heute zahlreiche Häuser, deren hinterer Teil als Höhle in den Berg gegraben ist.

Auch eine Möglichkeit, sein Handy für ein Selfie zu montieren 😄. Hoffentlich hält die Konstruktion!!

Vom Viertel Albaicin aus hat man einen schönen Blick auf die gegenüber liegende Alhambra und die schneebedeckte Sierra Nevada

Schließlich erwartet uns nach der Rückkehr auf den Campingplatz noch ein prächtiger Sonnenuntergang

Mit diesen Bildern verabschieden wir uns für heute. Unsere nächsten Ziele sind: Die Bergwelt nördlich von Malaga, die weisse Stadt Ronda und Gibraltar.

Danke für Euren Besuch und bis zum nächsten Mal.

Helga und Willi

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Über Cartagena an der Sierra Nevada entlang nach Granada

23. – 28. März 2018

Liebe Freunde,

Bisher war das Wetter ja ziemlich sprunghaft, windig bis Sturmstärke und kühl. Nun wird es von Tag zu Tag wärmer. So, wie man es vom Süden Spaniens erwartet.

Unsere Tour führt uns von Elche hinaus an die Küste und weiter nach Cartagena. Dann geht es zurück ins extrem trockene Landesinnere und entlang am Nationalpark Sierra Nevada bis Granada.

Hier die Route mit unseren Übernachtungsplätzen

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nacht auf dem CP Marjal bei Elche ist stürmisch mit Böen bis 80 km/h. Ein Wunder, dass nichts beschädigt wurde. Für Mittag sind bis zu 100 km/h vorhergesagt. Wir packen daher unsere Sachen und „flüchten“ an die windärmere Küste, die bei Torrevieja erreicht ist. Vorbei an einer riesigen Saline, endlosen Gemüsefeldern und dem „Mar Menor“, dem größten „Lagunen-See“ Europas umfahren wir die alte Festungsstadt Cartagena.

Unser Ziel ist der Campingplatz Los Madriles beim kleinen Ort Isla Plana. N-37-34-46. W-1-11-42. 19,- € mit ACSI Card. Mindestaufenthalt ist 3 Tage. Der Platz zieht sich terrassenförmig am Hang hinauf und gilt als einer schönsten Überwinterungsplätze in Spanien. Dementsprechend viele Gäste sind auch schon Monate da. Zugegeben – es ist wirklich schön hier. Aber so lange Zeit auf einem Platz zu verbringen wäre nichts für uns – trotz beheiztem Meerwasser-Pool und allem sonstigen Komfort.

Blick von unserem Stellplatz aus auf die Bucht bei Isla Plana

Wir nutzen das schöne Wetter bei 26 Grad zu einer Rollertour und besuchen Cartagena und das östlich davon gelegene ehemalige Bergwerksgebiet, in dem schon Carthager und Römer Erz abgebaut haben. Es ist Palmsonntag und die Stadt hat sich schon für die Prozessionen der Semana Santa (Karwoche) bereit gemacht. Überall sind Sessel für die Besucher aufgestellt.

Wir wandern durch vormittags stark besuchte Fußgängerzone zum Hafen, zum römischen Amphitheater und hinauf zur imposanten Festungsanlage.

„Römische Musikkapelle“ auf dem Weg zur Palmsonntagsveranstaltung

Blick vom Kastell auf das Amphitheater, das später als Stierkampfarena genutzt wurde und schön langsam verfällt, wenn nichts unternommen wird. Der 50 m hohe Lift links im Bild bringt Besucher bequem zum Kastell hinauf.

Am Nachmittag fahren wir von Cartagena ostwärts ist das ehemalige Bergbaugebiet der Sierra de la Fausilla, auch als Sierra Minera bezeichnet. Die hier vorhandenen Erze gelten als Grund für die Besetzung Südspaniens durch die Carthager und später die Römer. 100 Jahre n. Chr. waren die Römer mit ihren technischen Möglichkeiten am Ende und der Bergbau stand für beinahe 2000 Jahre still. Mitte des 19. Jahrhunderts begann ein wahrer Erzrausch. Fast 40 Schmelzöfen waren im Einsatz und es entstanden Orte wie La Union und Portman. Die ganze Sierra wurde geradezu umgegraben. Der Niedergang setzte Anfang des 20. Jahrhunderts ein und heute ist – außer der zerstörten Landschaft und zahlreicher Industrieruinen – vom „Erzrausch“ nichts mehr geblieben.

Eines der letzten damals aktiven Unternehmen kippte noch Mitte des 20. Jahrhunderts täglich tausende Tonnen Abraummaterial in die Bucht von Portman, das mit hohen Konzentrationen an Schwermetallen und anderen Giftstoffen belastet war. Die ganze Meeresflora und -fauna ging zugrunde. Jahrelang ist nichts geschehen. Nun hat angeblich ein Unternehmen damit begonnen, riesige Becken anzulegen, das giftige Material zu recyceln und die Inhaltsstoffe zu verwerten. Im Hintergrund ist so ein gefülltes Becken zu sehen. Daneben befindet sich eines gerade in Bau

So schön kann es hier sein – wenn man Wasserqualität und Umfeld ausser acht läßt.

Aber es soll ja wieder so werden wie früher. Darauf trinken wir einen 🍺

Langsam wird es Abend und auf der 40 km langen Rückfahrt mit dem Roller wird es richtig kalt. Es ist halt doch noch nicht Sommer.

Am nächstem Morgen wollen mit dem Roller eine Küstentour unternehmen. Aber die Batterie ist leer und der Roller nicht zu starten. Warum, wissen wir bis heute nicht. Jedenfalls ging nichts mehr. Und das kleine Ladegerät, das ich sonst immer dabei habe, liegt zu Hause in der Garage. Wir können jedoch eines ausleihen und nach einigen Stunden läuft der Roller wieder. Für eine Tour ist es jedoch zu spät und so genießen wir einen Tag in der warmen Sonne.

Und dann grüßt auch noch die Heimat in Form einer „Österreich Wolke“ 😄

Es ist mittlerweile Dienstag, 26. März und wir wollen weiter nach Granada. Wir haben gehört, dass man Eintrittskarten für die Alhambra auf jeden Fall über das Internet vorbuchen muss, denn es werden pro Tag nur knapp 9.000 Tickets vergeben. Wir schauen also auf verschiedenen Ticketplattformen nach, jedoch überall das gleiche Bild. Zwei Wochen Wartezeit für eine Alhambra-Karte. Dann lesen wir im Campingführer, dass der Campingplatz Reina Isabel in La Zubia bei der Besorgung der Eintrittskarten behilflich ist. Und tatsächlich. Es gibt Karten für den 1. April.

Wir können uns also noch etwas Zeit lassen bis Granada und so fahren wir erst einmal an der Küste entlang bis kurz vor Almeria und biegen dann ab ins Landesinnere. Über Sorbas erreichen wir Taberna, das mitten in einer wüstenartigen gebirgigen Landschaft liegt. Es gibt hier das größte Solarforschungszentrum Europas mit einer riesigen Experimentieranlage, die man besichtigen kann – allerdings erst in 2 Tagen. So lange wollen wir aber nicht warten.

In der Nähe von Taberna gibt es dann noch 2 „Sehenswürdigkeiten“ für Filmfreunde. Hier wurden in den 1970er Jahren zahlreiche Italo-Western gedreht. Clint Eastwood hat hier seine ersten „Gehversuche“ in diesem Genre gemacht. Und auch die „Halunken“ Bud Spencer und Terrence Hill waren hier. Und dann wurde hier in jüngerer Vergangenheit noch nach dem „Schuh des Manitou“ gesucht. 😄

An zwei Orten blieben die Filmkulissen aus der glorreichen Western Zeit stehen, die man nun als Touristenattraktion mit Western Shows vermarktet. Einen der beiden, das Fort Bravo, besuchen wir und können hier auch gemütlich übernachten. N-37-02-53. W-2-25-47.

Da wird die „gute alte Westernzeit“ wieder lebendig

Showdown im Saloon

Selbst die Haus-Katze hat hier einen scharfen Blick 😄

Am nächsten Morgen ist es wolkenlos und die Temperatur steigt im Lauf des Tages noch bis 28 Grad!

Wir wollen weiter nach Granada und nehmen dazu die A 348, eine kurvige, aber schön ausgebaute Landstraße entlang der Sierra Nevada. Die Landschaft ist spektakulär und erinnert da und dort an den Westen der USA.

Direkt an der Straße liegt hoch über dem Tal die kleine Stadt Canjayar, die einen kostenlosen öffentlichen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung anbietet. N-37-0-49. W-2-44-42.

Dann tauchen die Berge der Sierra Nevada auf und begleiten uns bis Granada. Entlang der Straße gibt es zahlreiche Rastplätze, die auf Grund des geringen Verkehrsaufkommens durchaus auch als Übernachtungsplätze geeignet sind. Wir machen hier Mittagspause. Im Hintergrund sieht man den knapp 3500 m hohen Mulhacén, den höchsten Berg Festlandspaniens.

Helgas Bordküche liefert heute Dorade mit Risotto und Salat, dazu einen frischen Weisswein. 👍

Und so lustig kann der Abwasch sein 😄

Kurvig geht es weiter über Cadiar, Orgiva und Lanjaron bevor wir die Autobahn erreichen, die uns nach Granada bringt. Wir verlassen sie bei der Ausfahrt 132, um zum Campingplatz Reina Isabel in La Zubia zu gelangen. Der Platz ist klein, aber zum Glück haben wir schon per email für 4 Tage reserviert. N-37-7-28. W-3-35-9. Wegen der Karwoche gilt der Hochsaison Preis von 28 € pro Tag. Direkt vor dem Platz fährt der Bus (Linien 175, 176, 177) in kaum 30 Minuten bis zum Kongresspalast in die Innenstadt von Granada. Für die Kartenbuchung in die Alhambra werden 5 € pro Person berechnet. Es gibt ein Restaurant. Brot kann bestellt werden.

Liebe Freunde, soviel für heute. Im nächsten Bericht Näheres zu Granada und zur Semana Santa.

Wir wünschen Euch allen ein frohes Osterfest und freuen uns auf Euren nächsten Besuch auf unserem Reiseblog.

Bis bald. Helga und Willi

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Vom Ebro Delta über Valencia in die Palmenstadt Elche

14. – 22. 3. 2018

Liebe Freunde, es geht weiter in den Süden. Hier die in diesem Bericht beschriebene Route

Auf der extrem stark von LKWs befahrenen N-340 fahren wir zunächst nach Peniscola, das sich wie ein kleines Gibraltar auf einem Felsen ins Meer schiebt, nur durch einen schmalen Streifen mit dem Land verbunden. Die „Stadt im Meer“ mit ihren hübschen, steilen Gassen wird gekrönt von einer mächtigen Templer-Zitadelle, die im 15. Jahrhundert Wohnsitz des Gegenpapstes Benedikt XIII war. Direkt am kleinen Hafen gibt es einen großen, gebührenpflichtigen Parkplatz, der mit dem Wohnmobil gut zu erreichen ist.

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz landen wir auf dem Campingplatz Tauro in Benicassim. N-40-2-14 O-0-2-27. Benicassim ist wie viele Städte an Spaniens Küste ein mit Hotels zugepflasterter Badeort. Aber um diese Zeit ist es extrem ruhig und man hat die lange Strandpromenade fast für sich allein. Von Benicassim aus gibt es einen Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse, die „Via Verde“, die man gemütlich entlang radeln kann.

Nach 2 Übernachtungen fahren wir bei sonnigem Wetter und frühlinghaften 22 Grad weiter nach Valencia. Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir noch nicht, was in diesen Tagen hier los ist. Südlich von Valencia, am Rand des Naturschutzgebietes Albufera, fahren wir zum Campingplatz Penedo. Ausgebucht. Der nächste Platz liegt nur ein paar Hundert Meter entfernt. Hier gibt es ein paar Restplätze zum doppelten Preis (37,- €) als normal. Der Grund: das alljährliche Falles Fest vom 15. – 19. März, zu dem ganz Valencia Kopf steht. Die Stadt ist ca. 7 km Luftlinie vom Campingplatz entfernt, aber bis hierher hört man die Feuerwerke, von früh bis spät. Der Campingplatz heißt übrigens „El Saler“ und liegt auf N-39-23-16. W-0-19-55.

Am nächsten Morgen kurz nach 7 Uhr knallt es bereits wieder in der Stadt. Es ist kalt geworden, windig und regnerisch. Direkt vom Campingplatz aus führt ein prächtiger Radweg am Meer entlang bis ins Zentrum. Der Lärm wird immer lauter. Wir sind gespannt.

Zunächst erreichen wir ein nach einer Überschwemmungskatastrophe vor rund 70 Jahren trocken gelegtes Flussbett. Es dient heute als Park und Erholungsgebiet. Hier wurde aus dem Nichts die „Stadt der Künste und Wissenschaften“ hochgezogen, ein bombastisches Projekt, das seinesgleichen sucht.

Valencia versuchte damit – und mit weiteren Großprojekten (Formel 1, Americas Cup etc.) – Anschluß an die Metropolen Madrid und Barcelona zu finden. Das Ganze fand offenbar in einem korrupten Umfeld statt, sodass die Stadt heute laut verschiedenen Berichten so gut wie pleite ist. Der Feierlaune der Bevölkerung tut das, zumindest beim Falles-Fest, keinen Abbruch.

Die Falles sind bis zu haushohe Figurengruppen aus brennbaren Materialien, die in mühevoller Arbeit durch namhafte Künstler und den Bewohnern der verschiedenen Stadtteile gebaut werden. Kostenpunkt bis zu 200.000 € – pro Stück. Am Ende des Festes werden sie um Mitternacht unter Aufsicht der Feuerwehr verbrannt. Ein Modell der besten Gruppe kommt ins Falles-Museum.

Tagelang ziehen 300 Musikkapellen, die einen unglaublichen Lärm produzieren, begleitet von tausenden prächtig gekleideten Trachtengruppen und Hunderttausenden Zuschauern durch die Straßen. Es ist für unsere Ohren fast unerträglich. Eine Flucht aus dem „Chaos“ ist kaum möglich, außer man rettet sich aus der Innenstadt in einen Randbezirk.

Schließlich ist es genug und wir fahren mit den Rädern zurück zum Campingplatz, begleitet vom sich langsam entfernenden Lärm. Das Erlebnis war jedenfalls einzigartig – und unser Hörvermögen ist auch unbeschädigt geblieben 😄

Am nächsten Morgen, es ist der 18. März, grüßt „wie gewohnt“ der Lärm der Knallkörper aus der Stadt herüber. Es ist kühl und windig und an die geplante Radtour durch das Naturschutzgebiet Albufera ist nicht zu denken. Also fahren wir weiter in der Hoffnung auf Wetterbesserung.

Vorbei an weitläufigen Reisfeldern, die die Basis für die Valencianische Paella liefern, und ausgedehnten Zitrusplantagen rücken die Berge langsam näher an die Küste heran.

Wir fahren bis Oliva auf den riesigen, aber netten Campingplatz „Eurocamping“, der ziemlich voll ist. Die ACSI Card wird akzeptiert. N-38-54-21. W-0-4-1. Es ist sonnig, aber extrem windig. Also gibt es nur einen kurzen Abendspaziergang an den prächtigen Strand mit Blick auf die Stadt Denia und ihren „Hausberg“, den Montgo.

Waschtag auf dem Campingplatz – bei Starkwind ist die Wäsche binnen kurzem trockenWegen des starken Windes bleiben wir einige Tage hier und warten „auf ruhigere Zeiten“. Schließlich lässt der Wind nach und wir machen doch noch eine kleine Radtour, vorbei ein unzähligen Orangenbäumen, die fruchten und gleichzeitig blühen.

Ein Speichenbruch an Helgas Rad wird notdürftig repariert

Letztes Ziel dieser Etappe ist die Palmenstadt Elche. Wir fahren an Calpe (einer einzigen völlig mit Hotels zugebaute Bausünde) und an Benidorm vorbei. Benidorm übertrifft alles, was man sich an spanischem „Hotel-Wahnsinn“ vorstellen kann – aber den Besuchern gefällt es offenbar. Über 300 Hochhäuser stehen auf engem Raum, eines dieser Monster ist 200 m hoch. Benidorm hat mehr 100 m hohe Wohnhausbauten wie z.B. Berlin, Barcelona oder Rom. Hier ein paar Fotos „im Vorbeifahren“

Wir durchqueren Alicante und erreichen bald darauf die Stadt Elche. Die ganze Innenstadt ist ein einziger Palmenwald, in dem sich die einzelnen Stadtviertel verteilen. 200.000 bis 300.000 Dattelpalmen sollen es sein, so genau weiss es niemand. Das Weltkulturerbe ist allerdings in Gefahr. Wie überall auf der Welt hat sich auch hier der asiatische Rüsselkäfer verbreitet, dessen Larven sich durch den gesamten Stamm fressen. Wird der Befall bemerkt, ist die Palme schon nicht mehr zu retten.

Wir verlassen Elche in Richtung Westen und erreichen kurz darauf den Campingplatz Marjal Costablanca in der Nähe von Crevillent. N-38-10-44. W-0-48-29. Diesen Platz muss man zumindest einmal gesehen haben. Im Niemandsland neben der Autobahn, allerdings gut davon abgeschirmt, wurde vor nicht allzu langer Zeit eine Anlage der feinsten Kategorie aus dem Boden gestampft. Schon der Check-In wirkt wie der eines Luxushotels. Hat man die Formalitäten erledigt, darf man auf den Platz mit seinen 1200 ! Stellplätzen, jeder mit Strom, Wasser, Abwasser und TV-Anschluß – und das ganze für nur 19,- € mit ACSI Card. Der Platz ist ziemlich voll, es sind zahlreiche Überwinterer hier.

Zugegeben – das ist nicht wirklich was für uns. Aber für eine Nacht macht es Spass: Restaurant, Tapas Bar mit Happy Hour Preisen von 18 bis 19 Uhr, danach Live Music für Oldies und gute Stimmung überall. Und wer Golf spielt und unbedingt will, findet hier sogar eine Putting Green Anlage. Dass es auch ein Fitness Studio, eine Pool-Landschaft, eine Spa-Bereich usw. gibt, braucht man eigentlich nicht zu erwähnen.

Der großzügige Wartebereich vor der Rezeption

So, liebe Freunde, das war’s für heute. Morgen früh gehts es wieder weiter – in Richtung Andalusien.

Liebe Grüße

Helga und Willi

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Zu den Klöstern Santes Creus und Poblet und weiter ins Ebro Delta

11. – 13. März 2018

Liebe Freunde, wie im letzten Blog angekündigt, wenden wir uns nun Erbaulichem zu.

Vorher aber noch eine kleine Routenkarte zu dieser Tour

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Wir verlassen Tarragona und fahren zum 30 km entfernten Kloster Santes Creus, einem von mehreren bedeutenden Zisterzienserklöstern in Katalonien aus dem 12. Jahrhundert. Die Zisterzienser entstammen dem Benediktiner Orden, der sich ihrer Meinung nach verweltlicht hatte und von der Ordensregel des Hl. Benedikt, „Ora et labora“ – „Bete und arbeite“ – weit entfernt war. Sie wollten „back to the roots“ und gründeten einen neuen Orden im Kloster Citeaux in Frankreich. Von dort aus verbreitete sich dieser „trotz“ oder „wegen“ der strengen Ordensregeln schnell über weite Teile Europas.

Die Klosterbauten der Zisterzienser sind groß und mächtig, aber von einer beeindruckenden Schlichtheit im Inneren. So auch das Kloster Santes Creus, das als Besonderheit zwei Gräber aragonesischer Könige und einen wunderbaren Kreuzgang besitzt. Es gibt eine Multimedia Schau und sehr gute Audioguide Informationen – man fühlt sich zurück versetzt in das mittelalterliche Klosterleben.

Wir parken auf dem riesigen Klosterparkplatz, auf dem wir auch die Nacht verbringen – wie man sieht ungestört vom „Trubel der Welt“. 😇

Frisch ausgeruht starten wir am nächsten Morgen zu einer 10 km langen interessanten Rundwanderung durch Mandelplantagen und Föhrenwälder zu einer Gruppe von Trockensteinhäusern, die den Landarbeitern in früheren Zeiten als Unterkunft für Mensch und Tier gedient haben. Die Wanderung ist im Rother Wanderführer „Costa Daurada“ beschrieben und heißt „Von Santes Creus zu den ‚Pedra Seca‘ von La Capone.

Vom Wanderweg hat man einen schönen Blick auf die Klosteranlage Santes Creus

Ein kleines Naturschauspiel auf dem Wanderweg. Tausende Schmetterlingsraupen machen sich im „Gänsemarsch“ auf den Weg zu ihren „Weidegründen“. Die Gruppen sind teilweise länger als 1 Meter.

Wir recherchieren bei „Tante Google“ und stellen fest, dass es sich dabei um die giftigen Raupen des „Prozessionsspinners“ handelt. Ihre Fressspuren sieht man deutlich an den kahlen Ästen vor allem junger Föhren.

Die weite Ebene wurde Jahrhunderte lang durch das Zusammentragen von Steinen nutzbar gemacht. Meterdicke, hohe Trockensteinmauern schützen den Boden vor dem Wind. Die Steine wurden auch zum kunstvollen Aufschichten von zahlreichen Trockensteinhäusern genutzt.

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Nach der Rückkehr ist noch Zeit, zu einem weiteren Zisterzienser Kloster zu fahren – zum Kloster Poblet. Poblet ist das größte und bedeutendste der katalonischen Zisterzienserklöster. Es wurde zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und ist Grabstätte mehrere Könige von Aragon. Es ist heute noch aktiv und wird von Mönchen bewohnt und bewirtschaftet.

Wir parken auch hier wieder auf dem riesigen, leeren Klosterparkplatz und bleiben über Nacht im Schutz der Klosterbrüder N-41-22-47. O-1-04-48

Die Klosteranlage Poblet mit ihren Weingärten96C71D1B-7125-483C-B8FD-8A31AB6AF419.jpeg

Am nächsten Morgen regnet es leicht. Wir fahren durch die Berge über Prades, das auf 1000 m Höhe liegt, weiter bis Reus und dann über Mora d’Ebre am Ebro entlang  nach Tortosa. 20 Grad, sonnig. So kann es bleiben.

Blick auf den ruhig dahinfließenden Ebro unweit der Küste0160E81A-FD8C-4038-8F32-D265386D1CCC.jpeg

Von Tortosa aus fahren wir hinaus ins Ebro Delta, vorbei an endlosen Reisfeldern. In wenigen Wochen werden die Flächen geflutet und das Auspflanzen der Reissetzlinge beginnt.9A86AFA5-9011-4426-84F4-D7501109C180.jpeg

Direkt am Nationalparkzentrum liegt die Casa de Fusta mit einem riesigen, kostenlosen Wohnmobil Stellplatz. N-40.6588. O-0.6749. V/E für 6 €. Es stehen schon geschätzte 50 Wohnmobile hier, trotzdem ist noch genug Platz für Neuankömmlinge. Gleich nebenan befindet sich ein schönes Restaurant und ein Turm zur Beobachtung der Tiere im Vogelschutzgebiet0589B4D5-7887-4808-A9F9-6B53837424F8.jpeg

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Soviel für heute. Nächste Ziele sind Peniscola, Benicassim und Valencia. Bis bald.

Helga und Willi

Veröffentlicht unter 2017 Südfrankreich/Pyrenäen/Nordost-Spanien/La Rioja/Barcelona/Costa Brava | 3 Kommentare

Über Genua und Barcelona nach Nordostspanien

5. – 11. März 2018

Liebe Freunde,

Hier sind wir wieder und freuen uns über Euren Besuch auf unserer Reiseblog-Seite.

Das Vorbereiten des Womos war heuer eine ziemlich frostige Angelegenheit. Eine Woche lang bis zu minus 12 Grad und jede Nacht ein wenig Neuschnee.